Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1904 - |

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2000                  
 
Chronik des Jahres 1904

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| Anlage zur Chronik des Jahres 1904 |

Am 19. Januar wurde auf dem hiesigen Amtsgericht das Grundstück Lehnin Bd. 16 Bl. 587 in Größe von 18 a 13 qm von dem bisherigen Inhaber Landwirt Vogler zu Lehnin auf die hiesige Pfarrkirche in Brandenburg aufgelassen.
Das unbebaute Grundstück ist auf Beschluß der kirchlichen Körperschaften vom 18. Bzw. 19.10.03. mit Genehmigung des Fürstbischofs von Breslau vom 17. 11.03 für den Kaufpreis von 2796 M (Rute zu 22 M) für einen geplanten Kirchbau erworben worden.

Zu dem Kaufpreis haben beigesteuert der Fürstbischof 1000 M, der Bonifatiusverein Breslau 1700 M, die Katholiken Lehnins 96 M.
Am 17.4. wurde das Sakrament der Firmung durch den fürstb. Prälat Neuber 373 Firmlingen gespendet.

Im Mai 1904 begann Pfarrer Glasneck eine Kirchenbausammlung für Lehnin, um ein Kirchlein zur Unbefleckten Empfängnis Mariä als ein Denkmal an die fünfzigjährige Jubelfeier der Verkündigung des Dogmas (1854 - 1904) erstehen zu lassen und so den Katholiken Lehnins, die seit 1896 ihren Gottesdienst in einem Tanzsaal feiern müssen, eine würdige Opferstätte zu schaffen.

Am 2. April, dem Karsamstag erließ der hiesige Zweigverein des evangelischen Bundes eine gehässige Erklärung gegen die Aufhebung des § 2 des Jesuitengesetzes, auf welche das kath. Pfarramt sowie die kirchlichen Bürgerschaften am 5. April eine geharnischte Gegenerklärung im Brandenburger Anzeiger abgab. (S. nächste Seite).

Als tertius gaudicus ließ sich in einem Artikel darüber die sozialdemokratische Zeitung vernehmen.

Am 11. April wurde in der katholischen Schule eine siebente Klasse eingerichtet.
Der Lehrkörper setzt sich nunmehr zusammen aus vier Lehrern und drei Lehrerinnen. Die Anzahl der Schulkinder beträgt etwa 300.

Erklärung des evangelischen Bundes Seite 28

Gegenerklärung des kath. Pfarramtes Seite 29

Artikel "Lokales und Provinzielles" Seite 29 a

Am 1. August wurden 160 katholische Zuchthausgefangene aus der Strafanstalt Luckau in die hiesige überführt. Infolgedessen wurde die katholische Seelsorge in der Strafanstalt, die bereits früher bis 24. II. 95 bestanden hatte, wieder eingerichtet. Durch Verfügung der Königl. Regierung zu Potsdam vom 28.7.04,Tgb. Nr. I 1670.7 - wurde dem Pfarrer Glasneck das Amt eines Seelsorgers in dieser Anstalt gegen eine Renumeration von 1200M nebenamtlich übertragen.

Ein Vertrag hierüber wurde zwischen der Königl. Regierung zu Potsd. und dem Pfarrer Glasneck am 15.9.04 abgeschlossen. (S. Akten der Strafanstalt.) Die Obliegenheiten wurden in einer Dienstanweisung geregelt.
Seit dieser Zeit findet wöchentlicher Gottesdienst in der Anstaltskirche , die beiden Konfessionen dient, statt.

Am 18.11.04 starb Kaufmann Ernst Riedel, der Chronist der Pfarrei Brandenburg. Der im Gemeinde- und Vereinsleben unermüdlich tätig gewesen ist.

Zu Weihnachten 1904 wurde zum erstenmale eine Beschehrung für arme Schulkinder veranstaltet, unter Mitwirkung der Lehrkräfte; dieselbe soll fortan jährlich wiederholt werden.

Statistik:

Taufen 92, davon 7 uneheliche Kinder.
Trauungen 27, davon 10 Mischehen.
Beerdigungen 51, davon 3 nicht kirchlich.
Konversionen 5,
Kommunionen 6150, davon 52 Erstkommunionen.
Firmungen 373.

 

 

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Die zweite Inneneinrichtung
der Dreifaltigkeitskirche

 
 

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