Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1918 - |

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2000                  
 
Chronik des Jahres 1918

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Am 27. Februar wurde Kaplan RaczeK nach Oberschlesien versetzt. (Er starb daselbst 1923.)
An seine Stelle trat Kaplan Fiebig aus Dittmerau.

Am 26. Mai spendete der Fürstb. Delegat Dr. Kleineidam 444 Firmlingen das Sakrament des Hl. Geistes.
Pater Bros S.J. bereitete durch Predigten in den Pfingstfesttagen darauf vor.

Am 9. November brach das große Verhängnis über unser Vaterland durch Ausbruch der Revolution und Zusammenbruch des Heeres.
Unter den unglücklichsten Verhältnissen mußte mit den Gegnern ein Waffenstillstand abgeschlossen werden.
Der Weltkrieg mit seinen ungeheuren Opfern war damit beendet, aber der Friede mit der ersehnten Ruhe und Ordnung nicht gekommen.
Hatte der Krieg in den ersten Jahren einen religiösen Aufschwung bewirkt, so trat bei seiner immer längeren Dauer ein immer größerer Niedergang des religiös sittlichen Lebens zutage.
Insbesondere war Verwahrlosung und Verrohung der schulentlassenen Jugend zu beklagen. Der große Verdienst in der Kriegsindustrie verlockte zu Ausschweifungen, die lange Abwesenheit der Väter untergrub die Autorität.
Der Ansturm der revolutionären roten Flut forderte einen festen Zusammenschluß der gutgesinnten Bürgerschaft wie im ganzen Lande so auch in hiesiger Stadt.
In einer großen Bürgerversammlung, die hier abgehalten wurde, schieden sich die Geister nach rechts und links.

Für unsere Gemeinde ergab sich für die kommenden politischen Kämpfe die Notwendigkeit dem ziemlich weit links stehenden demokratischen Block gegenüber sich mehr an die rechts stehenden Parteien anzuschließen, mit denen ein Zusammengehen zur Verteidigung der religiösen Interessen zu erhoffen war.

Zum Zwecke der straffen Organisation der hiesigen Katholiken wurde der Volksverein für das kath. Deutschland neu belebt.
Mit Erfolg wurde von der Kanzel zum Eintritt in denselben aufgefordert.
Über die Ziele desselben sprach in einer großen Versammlung im Hohenzollernpark der Sekretär des Volksvereins Dr. Sonnenschein. (Als Erfolg dieser Bemühungen wuchs der Verein auf 200 Mitglieder an.
Auch das übrige Vereinsleben nahm einen neuen Aufschwung nach Rückkehr unserer Feldgrauen.

65 Mitglieder unserer Gemeinde kehrten aus dem Felde nicht wieder zurück. Sie ruhen in Ost und West in der Ferne;
ihr Andenken aber wird in der Gemeinde fortleben.
R.i.P.

Statistik:

Taufen 103, davon 29 unehel. Kinder (meist von
polnischen Schnitterinnen)
Trauungen 38, davon 12 Mischehen
Beerdigungen 90.
Konversionen 7.
Perversionen 5.
Kommunionen 13 300, davon Osterkommunionen 1780,
Erstkommunionen 59
Firmlinge 444

 

 

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