Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1939 - |

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2000                  
 
Chronik des Jahres 1939

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Am 26. März erlebte die Gemeinde die seltene Feier einer Primiz. Heribert Rosal war der Neupriester, der an diesem Tage das erste heilige Messopfer am Altar seiner Heimatkirche darbrachte, in der er bereits die hl. Sakramente der Taufe, der Firmung, des Altares und der Buße empfangen, und wo er so oft als Ministrant gedient hatte.

Am 4. Juni besuchte der hochwürdigste Bischof Konrad, Graf von Preysing die Brandenburger Gemeinde, um das hl. Sakrament der Firmung zu spenden. "Der Glaube kostet heute etwas, muß uns daher besonders teuer sein", führte der Bischof in seiner Ansprache an die Firmlinge aus.
Es waren 177 Firmlinge. Viele hatten einen eigenen Paten, für die übrigen übernahm Lehrer Schmertmann und Lehrerin Hofmann die Patenschaft.
Am Abend dieses Gnadentages fand eine würdevolle Bekenntnisstunde der Jugend statt. Mahnend klang es in der Abendpredigt: " Christ erkenne deine Würde!"

Am 18. Juni beging Herr Pfarrer Jochmann sein 25. Priesterjubiläum. Mit Dank und Freude nahm die Gemeinde herzliche Anteilnahme an dem Feste. Als Zeichen der freudigen Anteilnahme wurden ein Messgewand mit 2 Dalmatiken in Weiß und 2 Chormäntel gespendet.
Einen herrlichen Ausklang des Festes bildete am Abend die Kundgebung der Jugend im Pfarrgarten. Lied und Wort brachte die Treue der Jugend zu unseren Priestern und zur hl. Kirche wirkungsvoll zum Ausdruck. Der Jugendführer Otto Kloppmann führte in seiner Ansprache aus, daß Brandenburgs Jugend sich bewußt sei, welch kostbares Erbe gerade der Priester
in der Mark zu verwalten habe.

Unbeirrt steht Brandenburgs junge Kirche zu ihren priesterlichen Führern. Erhaben ist das Priestertum über jegliche Anfeindungen aller Zeiten.
Ein von den Herausgebern des "Kirchenlied" veranstalteter Singeabend macht Pfarrjugend und Gemeinde mit dem neuesten Liedgut der Kirche bekannt.

Am 19. November hielt Pater Stromberg S.J. einen Einkehrtag für die Gemeinde. In den drei Tagesvorträgen stellte der Pater seine Betrachtung unter den Gedanken, daß ein Christ dem Zeitgeschehen kraftvoller gegenüber stehen muß als einer, der keinen Glauben hat.
Am 17. Dezember wurde der männlichen Jugend von Dir. Klawitter ein Einkehrtag gehalten.
Es waren 38 Teilnehmer.

Der Zustrom der Katholiken nach Brandenburg bedingte, daß in St. Bernhard seit dem 5. November jeden Sonntag drei Hl. Messen gelesen werden.

Der 3. Beichtstuhl der Pfarrkirche ist nach St. Bernhard gebracht worden.

In der Pfarrkirche ist seit dem 1. Adventssonntag eine vierte hl. Messe eingelegt worden.
Im Laufe des Jahres wurde nach und nach das Innere der Kirche erneuert. Die Malerarbeiten führte Herr Malermeister Scheele aus unter Leitung des Herrn Kunstmaler Schelhase.
Die Kosten betrugen (Kostenangabe fehlen!) .

Die Renovation der Altäre hatten die Ostdeutschen Kunstwerkstätten Berlin - Neiße übernommen ( Kirchenarchitekt Himpen ).
Die Kosten für den Hochaltar betrugen (Kostenangabe fehlen!) .
Für die Seitenaltäre je 1100,- RM die Kanzel wurde von der Evangelienseite auf die Epistelseite verlegt und die Kommunionbank dem Stil der Kirche angepaßt.
Ein neuer
Taufstein wurde aufgestellt.

Im Oktober legte Herr Wannenmacher das Amt als Kirchkassenrendant nieder. Sein Nachfolger wurde Konrektor i.R. Jaeschke.

Am 27. Oktober verließ Pfarrer Schirk Brandenburg, der zwei Jahre lang im St. Marienkrankenhaus gewirkt hatte.

Nachfolger ist Pfarrer Otto Hoffmann.

Das Jahr 1939 brachte auch einige betrübende Ereignisse.
Im April/Mai wurde die katholische Schule aufgelöst.

Die Bemühungen um einen dauernden regelmäßigen Gottesdienst in Görden sind gescheitert, nach den von März bis Oktober in einem Privathaus in der Bromberger Straße jeden Sonntag 2 hl. Messen gelesen worden waren. Der Oberbürgermeister hatte Einspruch erhoben, dem auch der Regierungspräsident stattgegeben hatte.
Eine Beschwerde an den Kirchenminister blieb erfolglos.
Nach dem Tode des Organisten Herrn Rektor Schneider wurden Verhandlungen gepflegt, dessen Wohnung gegen eine Wohnung im Siedlungsgebiet von St. Bernhard für einen Geistlichen einzutauschen. Die Bemühungen scheiterten trotz verschiedener Zusagen seitens des Werkes.

Der Krieg rief ein große Anzahl von Gemeindemitgliedern zu den Waffen, auch Herrn Kaplan Falkenthal, der seit dem 1. Juni als Kaplan in der Gemeinde tätig gewesen war.
Zu Beginn des Krieges viel die Schule aus. In dieser Zeit wurde für die Kinder täglich eine hl. Messe gehalten. Daran schloß sich eine Singestunde. Vormittags und nachmittags wurden fast bis zu den Herbstferien Seelsorgestunden gehalten.

Einmal wöchentlich wird in der Kriegsandacht der Soldaten und der Anliegen des Vaterlandes gedacht.

Am 1. Juli war Pfarrer Kayser aus Höxter mit der Militärseelsorge betraut worden. Am 7. September rückte er ebenfalls ins Feld und Pfarrer Jochmann wurde wieder Standort- und Lazarettpfarrer.
Als Reservelazarett wurden vorgesehen die Turnhalle am Hallenbad, eins in Lehnin und in der Heilanstalt Görden. In Betrieb genommen wurde das Lazarett in Görden.

Von Weihnachten an wurde auch in verschiedenen Gefangenenlagern Gottesdienst gehalten.
Auch die Christnacht stand im Zeichen des Krieges. Trotz der Verdunkelung war die Kirche voller als in den Jahren zuvor.
Mit dem Ausklang: "Seit fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Trübsal, beharrlich im Gebet" schloß in der Sylvesterpredigt das Jahr des Herrn 1939.

Taufen 175; davon 13 uneheliche Kinder (235 Geburten).
Trauungen 80 ziv. Und 15 milit., wovon 53 Paar rein kath. sind (234 Eheschließungen)
Beerdigungen 71 (96 Todesfälle).
Kommunionen 42 150, davon 15 475 in der Pfarrkirche.
Osterkommunionen 1544

Gesehen b. d. Kanon. Visitation
Kirchenbesuche im ganzen Pfarrbezirk 1882 am 8/10.1940
Zahl der Katholiken 8 000. Hillebrand

 

 

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Hochaltar um 1939

 

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