Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1946 - |

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2000                  
 
Chronik des Jahres 1946

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Am 22. April 1946 war die erste hl. Messe in der protestantischen Kirche in Ketzür. Es waren 44 Teilnehmer, 14 hl. Kommunionen wurden gespendet.
Um das Zustandekommen des regelmäßigen Gottesdienstes in Ketzür hat sich Herr Augustin, ein Flüchtling aus der Bukowina, viel bemüht. Jeden 4. Sonntag im Monat ist dort hl. Messe.
Am 19. Mai war um 14 Uhr der erste kath. Gottesdienst in der Weseramer Schule.
Nach 3 maliger Benutzung der Schule wurde erklärt, daß die Schulbehörde und die politische Gemeinde die Schule nicht mehr zur Verfügung stellen könnten.

Zwei mal war nun Gottesdienst im Gasthaussaal Edling. Inzwischen hatte die ev. Kirche die Erlaubnis gegeben, in ihrem Gotteshaus zwei mal im Monat Gottesdienst zu halten, was vom September an regelmäßig geschah. Es sind durchschnittlich 70 Kirchbesucher, etwa 5 Kommunionen.

Im Mai wurde der Gottesdienst in Götz wieder aufgenommen.
In Deetz wurde auch im Laufe des Jahres Gottesdienst eingerichtet.
Im Dezember wurde Pater Engler, Missionar der Hl. Familie als Lokalkaplan in Lehnin eingesetzt.
Die hl. Messe war an Wochentagen wie bisher in der Wohnung der Familie Völker.
An Sonntagen verblieb es bei den Gottesdiensten in der Klosterkirche. Anfangs wollte der Superintendent die Gottesdienste wieder einschränken auf eine Benutzung der Kirche an 2 Sonntagen im Monat.

Im Hinblick auf die große Zahl der Flüchtlinge wurde gestattet, daß an allen Sonntagen und den gebotenen Feiertagen katholischer Gottesdienst in der Klosterkirche gehalten werde. Ein entsprechender Kontrakt ist geschlossen worden.

In Pritzerbe wurde Gottesdienst eingerichtet, zuerst einmal im Monat in der evang. Kirche. Pfarrer Scholz, Görden, betreute diese Stelle da er aber kein Rad hat und die Eisenbahnverbindung zu ungünstig ist, wird der Gottesdienst in Pritzerbe von der Pfarrei aus versehen, und zwar 2 mal im Monat Nachmittags um 3 Uhr bei etwa 200 - 250 Kirchenbesuchern.

Auf betreiben der Frau Brandt, Prützke, wurde in Grebs Gottesdienst eingerichtet für die Katholiken aus Grebs, Netzen und Prützke monatlich einmal im Gasthaussaal. Die Zahl der Teilnehmer stieg ständig bis auf etwa 70.

Am 15 September wurde Kaplan Szydczik nach Berlin - Pius versetzt.
An seine Stelle trat Herr Kaplan Werner Jakubowski, bisher in Berlin-Pankow, geweiht 1937.
Es wird immer schwieriger ein klares Bild über die Gemeinde zu gewinnen. Viele Gemeindemitglieder ziehen fort, Flüchtlinge ziehen zu. Gerüchteweise verlautet, daß täglich 30 Brandenburger nach dem Westen gehen.
Die Betreuung der Außenstationen wird durch den schlechten Zustand der Fahrräder sehr erschwert.

Im Juni 1945 waren die Räume im Steintorturm vom damaligen Oberbürgermeister Herm der katholischen Jugendseelsorge zur Verfügung gestellt worden.
Oberbürgermeister Lange dagegen nahm beim Stellenwechsel des Jugendpräses der kath. Jugend den Steintorturm wieder fort und gab ihn der Freien Deutschen Jugend mit der Begründung, daß die kath. Pfarrjugend eine "illegale" Organisation sei.
Mit aller Entschiedenheit nahm Herr Kaplan Jakubowski den Kampf gegen diese ungerechte Beschuldigung auf.

Der Kindergarten entwickelte sich erfreulich. Die Kinderzahl stieg auf 65. Als Helferin wurde Frl. Herta Sponnagel angestellt.
Bald mußte noch ein Mädchen zur Hilfe eingestellt werden.
Die Bahnhofsmission arbeitet weiter gemeinsam mit der inneren Mission. Die Märkische Volkssolidarität arbeitet selbständig auf dem Bahnhof. Von kath. Bahnhofsmission wurde als hauptamtliche Kraft neben 15 Helfern Frau Burzan beschäftigt.

Die Jugend lud am 2. Weihnachtsfeiertag 60 Flüchtlingskinder aus den umliegenden Dörfern zu einem Weihnachtsspiel ein.
Für jedes Kind hatte die Pfarrjugend ein Geschenk und Backwerk bereit.

Taufen: 80
Trauungen: 19
Beerdigungen: 129
Kirchenbesucher in d. Notkapelle: 550

 

 

 

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Notkapelle im Speichergebäude
am Katharinenkirchplatz von 1946 - 1949

 

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