Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1947 - |

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2000                  
 
Chronik des Jahres 1947

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Für die Wiederherstellung unserer zerstörten Kirche wurde Baugenehmigung erteilt; doch wurde zur Bedingung gemacht, daß kein Material und keine Arbeitskraft vom Arbeitsamt gefordert werden durfte.

Der neu ernannte Seelsorger für Lehnin, Pater Engler, baute einen Unterstellraum und Durchgang, der sich an das Haus der Familie Völker, Hauptstr. 9 anschloß, zu einer Kapelle aus, die am St. Joseftage 1948 eingeweiht wurde.
Ursprünglich war die Kapelle nur für den Wochentagsgottesdienst geplant. Es stellte sich aber heraus, daß der Raum groß genug geworden war, um die Gemeinde auch Sonntags aufzunehmen, wenn biniert würde.
So konnte die Klosterkirche wieder aufgegeben werden.
Die ev. Gemeinde sagte zu, daß an Festtagen und zu besonderen Anlässen die Katholiken die Klosterkirche wieder benutzen könnten. Die Gesamtkosten für den Kapellenbau betrugen 35 876.- Mk.

Familie Völker stellte das Zimmer, in dem bisher gelegentlich an Wochentagen Gottesdienst gehalten worden war, für die Erteilung von Religionsunterricht zur Verfügung.

Wegen des lange Schulausfalles im Winter war die Erstkommunion der Kinder aus dem Stadtgebiet erst am Himmelfahrtstage.
Die auswärtigen Kinder wurden am 3. August in der Notkapelle gemeinsam zur ersten hl. Kommunion geführt. Es waren 19 Kinder; die letzten drei Tage blieben sie zur Vorbereitung in Brandenburg.

Am Fronleichnamstage führte die Pfarrjugend in den Trümmern der Kirche das Spiel Job mit großem Erfolg auf. Sie wiederholte es mehrmals und konnte dadurch dem Baufonds zur Wiederherstellung der Kirche 3400.- RM übergeben.

Kardinal Konrad Gr. v. Preysing hatte von seiner Reise nach Amerika eine größere Lebensmittelspende mitgebracht. Auch in unserer Gemeinde konnten etwa 90 Familien bedacht werden.

Der Caritasverband hatte regelmäßige Hilfe für tuberkulöse und werdende Mütter aus amerikanischen Spenden organisiert, was auch unserer Gemeinde zu Gute kam.
Im Juli bekam der Pfarrer aus einer Spende des Hl. Vaters ein Fahrrad für den Dienst auf den Außenstationen.

Nach dem Pfarrer Taepper in seine Heimat zurückgekehrt war, erhielt die Gemeinde einen zweiten Kaplan, Herrn Kaplan Fulge, der aus italienischer Gefangenschaft heimkehrte.
Er wohnt im Marienkrankenhaus, versieht aber den vollen Dienst eines Kaplans in der Gemeinde.

Jeden ersten Sonnabend im Monat trifft sich im Pfarrhaus ein Kreis religiös interessierter Männer zur Besprechung religiöser Fragen. Es beteiligen sich, meist 15 - 20 Personen, größtenteils solche, die früher im Gesellenverein waren.

Am 20/21. Oktober fand in Brandenburg eine Tagung der Diaspora-Laienhelfer statt.
35 Laienhelfer kamen aus Ortschaften zusammen zur Besprechung wichtiger Fragen des Gemeindelebens.
Die Themen der Vorträge lauteten:
1. Der Laienhelfer und der Gottesdienst,
2. Der Laienhelfer und das Kind, 3.
3. Der Laienhelfer und die Caritas.

Um auch die Jugend der Außenstationen am religiösen Leben der Gemeinde teilnehmen zu lassen, wurde sie zur Christkönigsfeier nach Brandenburg eingeladen.

Viele von ihnen konnten schon die feierliche Ministrantenweihe am Vorabend miterleben. Das wohlgelungene Weihnachtsspiel der Jugend im ev. Vereinssaal mußte wiederholt werden. Im sehr kalten Winter 1946/47 mußte aus Mangel an Heizmaterial 3 Monate lang der Religionsunterricht ausfallen.

In Pritzerbe beteiligten sich gegen 200 Katholiken am Gottesdienst. Es wurden immer wieder Versuche unternommen, einen eigenen Geistlichen für Pritzerbe zu gewinnen. Schließlich übernahm Vikar und Flüchtlingsseelsorger Maniera in Plaue aus Gefälligkeit, in Pritzerbe jeden Sonntag Gottesdienst zu halten.
Ursprünglich war geplant, daß er auch an Wochentagen in der Sakristei in Pritzerbe zelebrieren dürfe, dafür war vom Kirchenrat Pritzerbe 75 RM monatlich gefordert worden.
Mit der Wiederherstellung der Kirche wurde Fa. Mast beauftragt.

Im Juni starb der Küster P. Wilde. Seit 1. Okt. 1919 hat er mit seltener Treue und Hingebung den Küsterdienst versehen.
Sonntags besorgt vorläufig sein Sohn den Dienst weiter, in der Woche eine Schwester.

22 500 Kommunionen ( Kapelle und Filialen )
22 300 - " - ( Marienkrankenhaus )
1 272 Osterkommunionen ( Kapelle und Filialen )
530 - " - ( Marienkrankenhaus )
124 Taufen
32 Trauungen
115 Beerdigungen

 

 

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Jugendspiel "Job" 1947
in der Kirchenruine

 

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Jugendspiel "Job"

 

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