Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1948 - |

 Hauptseite

      1903 1904 1905 1906 1907 1908 1909
1910 1911 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919
1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929
1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939
1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949
1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959
1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969
1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979
1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
2000                  
 
Chronik des Jahres 1948

Dokument als PDF-Datei ...

 
 
Am 14 März fand in Marzahne der erste katholische Gottesdienst in der evangelischen Kirche statt.
39 Teilnehmer, meist Flüchtlinge aus dem Sudetengau und aus Galizien; waren anwesend.
Jeden 2. Sonntag ist hl. Messe. Die Beteiligung der Marzahner ist dürftig. Durch die Flüchtlinge aus Schlesien, die seit Oktober aus Garlitz und Mützlitz regelmäßig zur hl. Messe nach Marzahne herüberkommen, gewinnt das kirchliche Leben.

Der Sakramentenempfang der Mützlitzer und der Garlitzer ist regelmäßig. Zu Weihnachten waren 29 Kommunionen.
Nach dem Gottesdienst erteilt eine Brandenburger Lehrerin den 2 schulpflichtigen Marzahner Kindern Religionsunterricht.
Die Bemühungen, ein 16 jähriges Mädchen und einen 12 jährigen Jungen zur Vorbereitung auf die erste hl. Kommunion in Saarow unterzubringen waren vergeblich. Beide erschienen nicht zur verabredeten Zeit, ohne sich abzumelden.

Die Ketzürer Katholiken waren nicht zu bewegen, auch am katholischen Gottesdienst in Radewege teilzunehmen.

Am 25 April gab die Pfarrjugend ein sehr wohl gelungenes Konzert zum Besten des Baufonds. Es brachte 964,78 RM ein.

Kaplan Jakubowski bemühte sich mit gutem Erfolg um die seelsorgliche Betreuung der Jugendlichen in den Außenstationen.
Am 23. Mai nahmen 260 Jugendliche aus Brandenburg und Umgebung am Bekenntnissonntag in Grunewald teil.

Auf dem Dampfer, mit dem sie herüberfuhren, wurde das hl. Messopfer dargebracht.
In den Sommerferien fanden 85 Jugendliche Erholung im Ferienlager in Ferch.

Zum ersten male seit 1944 konnte wieder die Fronleichnamsfeier mit Prozession im Garten des Marienkrankenhauses stattfinden. 1945 war es nicht möglich wegen der Kriegsunruhen, 1946 u. 47 war der Fronleichnamssonntag total verregnet.
Die feierliche Weihe der Familien an das heiligste Herz Jesu fand am 4.7. unter reger Beteiligung der Gemeinde ebenfalls im Garten des Marienkrankenhauses statt.
Wie das Bischöfliche Ordinariat angeregt hatte, wurde eine Arbeitsgemeinschaft kath. Erzieher gegründet.

Die Arbeitsgemeinschaft tagt alle 8 - 10 Wochen.
Am 24. Juni dem ersten Tag des Geldumtausches konnte das Richtfest der Kirche begangen werden. Nach der schlichten Feier in der Kirche wurden die Arbeiter zu einem Essen im Pfarrsaal eingeladen, an dem 35 Personen teilnahmen. Durch großzügige Spenden war es möglich, den Teilnehmern, Suppe, Fisch, Fleisch, Kartoffeln, Kompott, Kaffee, 2 Brötchen, 10 Zigaretten und 3 St. Seife zu geben.

Am Dienstag, dem 28.6. waren sämtliche Arbeiter fort, alle Bauarbeiten wurden stillgelegt. Falls weitergearbeitet würde, sollten die Arbeiter zum Oderbruch eingezogen werden.
Die Bautätigkeit ging nun nur schleppend weiter.
Kalk, Zement und Leute waren nicht frei. Erst als etwa Mitte November der Maurerpolier Jüngermann zur Baustelle kam, setzte regere Arbeit ein.
Gottes Güte schenkte uns fast den ganzen November und Dezember hindurch sehr mildes Wetter, so daß ununterbrochen gearbeitet werden konnte. Am 24.12. Mittags war die letzte
Scheibe eingesetzt, nämlich das große Rundfenster oben im Altarraum.

Ohne besonderen Auftrag hatte Herr Haseloff von sich aus das schöne Fenster entworfen und angefertigt. Es stellt ein großes Kreuz auf Wolken, umgeben von Himmelsblau. So konnte wider Erwarten die Christnacht in der Kirche gehalten werden.
Das dieses möglich war, ist das Hauptverdienst des Poliers Jüngermann, der vorbildlich persönlich mitgearbeitet hat, und umsichtig und eifrig tätig war für eine gute Zusammenarbeit der Zimmerer, Dachdecker und Schlosser.
Am 3.11. verunglückte ein jugendlicher Bauarbeiter. Er erlitt durch ein herunterfallendes Eisen eine bedenkliche Kopfverletzung und lag fast 10 Tage bewußtlos im Marienkrankenhaus, erholte sich aber wieder.

Auch die Gemeinde war beim Wiederaufbau der Kirche fördernd tätig. Am 28. September fanden sich auf dem Gelände des Stahlwerkes über 60 Gemeindemitglieder mit Erzpr. Jochmann ein, um aus den Trümmern Klinkersteine auszubrechen und zu putzen. Die Aktion wurde am 25.9. und 2.10. fortgesetzt und ergab 7 000 Steine.

Am 30.9., 1.,2.,4., u. 5.10. wurde in Arado gearbeitet. Dort waren Asphaltplatten vom Fußboden loszustemmen, die als Fußbodenbelag im Kirchenschiff Verwendung finden sollen.
Die Währungsreform am 24.6. hat unsere Gemeinde sehr empfindlich getroffen. An den darauffolgenden Sonntagen mußte auf Klingelbeutel und Kollekte verzichtet werden. Aus Spenden des Kardinals, des Bonifatiusvereins und der Gemeindemitglieder waren über 1000 RM zusammengekommen.
Die Firma Mast, die den Bau ausführt, wollte in den letzten Wochen keine Zahlung mehr annehmen.

Im November spendete das Ordinariat 10 000 DM für Fortsetzung der Arbeiten, wobei dem Pfarrer erklärt wurde, daß die bischöfliche Behörde sämtliche Kirchenbauten eingestellt habe, daß trotz der Notlage die Spende bewilligt wurde, nur weil die Arbeiten schon so weit gediehen sind.

Am 16.10. wurde das total ausgebrannte Grundstück Heidestr. 27 von der Witwe Elise Klingsporn käuflich erworben für 500 DM Kaufpreis, und eine monatliche Rente von 30 DM zum Lebensende der 76 jährigen Verkäuferin.

Der für die Kirchengemeinde außerordentlich günstige Kauf - auch Herr Windeck hatte stark auf das Objekt reflektiert - ist noch dem verstorbenen Pfarrer Schubert zu verdanken, dem die Vorbesitzerin bei einem geselligen Beisammensein versprochen hatte, falls sie das Grundstück verkaufe, es zuerst der katholischen Gemeinde anzubieten, weil sie mit ihn immer gute Nachbarschaft gehalten habe.

An dieses Versprechen hielt sich auch die Schwester der Verstorbenen gebunden. Der Kauf war auch in sofern für die Kath. Gemeinde ein großer Gewinn, als dadurch in unmittelbarer Nähe ausreichend Steine für den Wiederaufbau der Kirche in ihren Besitz kamen und sonst Bausteine überhaupt nicht zu beschaffen waren, weil alle Steine für Neubauern beschlagnahmt sind.

In den Trümmern der Kirche hielt die Pfarrjugend ihre Christkönigsfeier ab, die recht schön gestaltet war, aber bei der doch alle recht frieren mußten, da Fenster und Türen noch fehlten.

Der Arbeitskreis katholischer Erzieher trat zum ersten male am 19.7. im Pfarrsaal zusammen. 50 Teilnehmer waren erschienen. Er tagt jeweils am 5. Sonntag im Monat.
Der Caritasverband konnte durch Auslandsspenden manche Not lindern und Freude bereiten.
Freudig hatten sich die Laienhelfer für die Verteilung der Irenspende ( 1 Dose Fleisch für alle Alten über 70 J.) zur Verfügung gestellt. An 3 Tagen wurden vormittags und nachmittags die Büchsen im Pfarrsaal ausgegeben.

Mitglieder der Inneren Mission und eine Vertreterin der Volkssolidarität halfen bei der Ausgabe, die dank der guten Vorarbeit reibungslos von statten ging.
In den 6 Altersheimen war die Verteilung mit einer kleinen Feier verbunden.
In den Tagen vom 18. - 25. Juni wurde die Irenspende in 25 Dörfern der Umgebung durch Pfarrer Jochmann, Kaplan Fulge und Kaplan Jakubowski unter Mithilfe der Pfarrhelferin und einer Laienhelferin verteilt.

In einigen Dörfern war der ev. Geistliche zugegen, in jedem Ort ein Vertreter der Inneren Mission.
Die Märkische Volkssolidarität hatte, 8 Ortschaften ausgenommen, einen Vertreter entsandt. Die Verteilung der Spende ist überall gut verlaufen. Die Beschenkten, darunter besonders die Heimatvertriebenen, nahmen mit viel Freude und Dankbarkeit die Gabe entgegen.
Im Juli konnten 9 kg Kaffee für Herzkranke verteilt werden.
Im Juli kamen für Kleinstkinder 200 kg Haferflocken und 182 Büchsen Milch an.
Flüchtlinge erhielten im November 120 kg Zucker.
Textilspenden kamen im Juli und im Dezember zur Verteilung.
Jeder Heimkehrer erhielt ein Paket. Auch neue Schuhe konnten an Heimkehrer verteilt werden.
Werdende Mütter wurden durch die Mütterspende gestärkt.
4 Collis gebrauchte Sachen kamen durch die Männer, Vinzenz-Konferenz, zur Verteilung.
Tbc - kranken oder - gefährdeten Kindern konnte durch 150 Flaschen Lebertran geholfen werden.
Auch die Caritas - Nähstube ist bemüht, allenthalben Not zu lindern.

Taufen 98
Trauungen 31
Beerdigungen 64
Kommunionen 42 017
Osterkommunionen ?

 

 

Seitenanfang