Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1959 - |

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Chronik des Jahres 1959

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| Anlage zur Chronik des Jahres 1959 - Einladung zum Hilfsdienst im Marienkrankenhaus |

1958/59

Die Gemeinde hat durch Weggang nach dem Westen wertvolle Mitglieder verloren: Dr. Hapig, Dr. Mirdek, Laienhelfer Marschner - Weseram.

1959

Am 25. Januar erlebte die Gemeinde die Freude, daß ihr Pfarrer Geistl. Rat Jochmann, vom Hl. Vater zum Päpstl. Geheimkämmerer ernannt wurde.

Am gleichen Tage starb Fräulein Helene Christian, die seit ihrer Umsiedlung aus Neiße in unserer Pfarrkirche das Amt einer Organistin versehen hatte. Sie hatte außer für d. Kirchenmusik für alle Fragen des kirchlichen Lebens ein sehr reges Interesse; sie war sehr fleißig tätig gewesen auch in der Einziehung von Kirchensteuern, monatlich in Neu - Schmerzke, wo sie auch Religionsunterricht erteilt hatte.

Insbesondere war sie unermüdlich tätig in der Caritas. Die Gemeinde hat in ihr eine der opferfreudigsten Laienhelferinnen verloren.

Im Spätherbst legte auch Herr Pohler die Leitung des Kirchenchores nieder; alle Versuche, ihn zu bewegen, sein Amt weiter zu behalten blieben erfolglos. So sah die Gemeinde mit einiger Sorge dem Weihnachtsfest entgegen. Da griff Herr Kaplan Hinz ein. Die frühere Pfarrjugendführerin Hedwig Hagitte bildete aus der Jugend einen Chor und sang mit diesem das Transeamus und ein sehr schönes " Ehre sei Gott!" in der Christnacht; die gute Disziplin und die jugendlichen Stimmen machten den allerbesten Eindruck auf die Gemeinde.

Das Orgelspiel hatte zunächst für das Hochamt Frl. Christine Lehfeld übernommen; bei Beerdigungen und Trauungen wollte Herr Hannig spielen; Bei anderen Andachten Frl. Elisabeth Jaeschke. Aber im Herbst legte auch Frl. Jaeschke dieses Amt nieder. Soweit ihm seine Tätigkeit als Organist in St. Elisabeth die Zeit ließ, übernahm Herr Hannig auch die Begleitung in diesen Fällen, z.B. beim abendlichen Gottesdienst Sonntags. Kurz vor Weihnachten erklärte auch Frl. Lehfeld, daß sie von ihrem Amt zurücktreten wollte. Herr Nitschke vom Görden hätte sich bereit erklärt, das Harmoniumspiel zu übernehmen; da dieser jedoch noch zu einem Kursus außerhalb war, wollte sie ihr Amt noch bis zum 1.2.1960 versehen.

Das beglückendste Ereignis dieses Jahres war wohl die Einrichtung des Krankenhausdiakonates. Durch den Mangel an Personal auf der einen Seite und die strengen Bestimmungen über die Sonntagsruhe des Personals andererseits war es dahin gekommen, daß die Ordensschwestern im Marienkrankenhaus an den Sonntagen erheblich mehr Dienst tun mußten als an allen Arbeitstagen.
Auf eine Kanzelvermeldung hin meldeten sich 60 Frauen und Mädchen und erklärten sich bereit, in jedem Monat an einem Sonntag Vormittags oder Nachmittags 4 Stunden Ehrenamtlich im Marienkrankenhaus Dienst zu tun.

Das war eine große Freude und bedeutet eine wirksame Entlastung der Ordensschwestern. Von diesen freiwilligen Helferinnen waren 2 aus St. Bernhard, 12 aus St. Elisabeth, die anderen aus der Pfarrgemeinde.

Ein weiteres sehr schönes Zeugnis der Opferwilligkeit war die Meldung von etwa 20 Frauen und Mädchen zum groß Reinemachen der Kirche.
Wegen der Nachlässigkeit des Küsters haben schon früher Frl. Hofmann und Frl. Reymann die Sorge für die Kerzen und die Altäre und das schmücken der Kirche mit Blumen übernommen. Als zuverlässige Helferinnen boten noch Frl. Körner und Frau Albert ihre Hilfe an.
Erfreulicherweise werden Blumen und Kerzen reichlich gestiftet. Anfangs hatte die kirchliche
Arbeit Frl. Agnes Schmidt erledigt, ein Flüchtling aus Stettin, die im Pfarrhaus wohnte. Als diese nach Lübeck zu ihrer Schwester ging, wurde Frau Letzner für das Kirchensteuerbüro angestellt.

Da vielfach Klagen über die mangelnde Reinlichkeit laut wurden, hat es Frau Hiller übernommen, jeden Sonnabend in der Kirche Staub zu wischen, damit wenigstens die Besucher des Sonntagsgottesdienstes keinen Grund zu klagen hätten. Zu den eifrigsten Laienhelfern gehören noch Frl. Klara Lehfeld, Frl. Ida Melzer und Frl. Emma Melzer die den Religionsunterricht in Wilhelmsdorf versieht, Frl. Broll, die den Mütterverein und das Altenwerk leitet und Frl. Reymann, die im Anschluß an den Kindergottesdienst auswärtige Kinder zur ersten Hl. Beichte und zur ersten Hl. Kommunion vorbereitet und die Borromäus-Bücherei besorgt.

Das Triduum in der Passionswoche hielt Herr Kaplan Weinsziehr aus Trebbin über die 7 Handschriften in der Apokalypse; das Triduum vor Allerheiligen war Herrn Pfarrer Fulge aus Wiesenburg übertragen, der hier im Krankenhaus Kaplan gewesen war. Er predigte über Fragen der Selbstheiligung.

Mitglieder des Bibelkreises, denen sich einige andere Gemeindemitglieder anschlossen - zusammen etwa 25 Personen - machten im Sommer eine Wallfahrt nach Werder - außer der großen Wallfahrt zu Mariä Himmelfahrt - und im Anschluß daran eine Fahrt nach Ferch.
Eine andere Gruppe von 18 Personen unternahm eine Fahrt nach Neuzelle. Um das Zustandekommen dieser Fahrt hatte sich vor allem Herr Poesdorf viel Mühe gemacht.
Die Straßensammlungen ergaben im Frühjahr ..... , im Herbst ........
Die monatliche Türkollekte brachte durchschnittlich ...(Angaben fehlend!)

Herr Kaplan Hinz veranstaltete mit der Jugend eine gediegene Ausstellung von Christusbildern im großen Pfarrsaal; er ist ein großer Kunstkenner und hatte sehr viele schöne Christusbilder gesammelt, die er dafür zur Verfügung stellte.

Die Mütter hatten einen besonderen Müttertag im November, zu dem der Diözesanfrauenseelsorger Pfarrer Hellwig aus Berlin gekommen war. Leider konnte der große Pfarrsaal wegen Umbauarbeiten nicht genutzt werden; der kleine Saal war überfüllt.
Für die Männer hielt der Diözesanmännerseelsorger Pf. Zoda einen Einkehrtag am 12./13. Dezember. Die Tagung war sehr gut besucht.

Dasselbe ist vom Altentag zu sagen. 185 alte Gemeindemitglieder waren unserer Einladung gefolgt, von denen die Hälfte am Vormittag im Anschluß an eine Hl. Messe, die andere Hälfte am Nachmittag im Anschluß an eine Segensandacht mit Kaffee und Kuchen bewirtet wurden.
Die Kinder aus dem Kindergarten und eine Jugendgruppe trugen zur Unterhaltung durch Lieder und Spiele bei. Auch die regelmäßigen Zusammenkünfte der älteren Gemeindemitglieder am 2. Sonntag jedes Monats von 16.30 bis 18.30 Uhr wiesen in diesem Jahr eine bessere Beteiligung als in den früheren Jahren auf.

Große Verdienste um das Gemeindeleben hat sich wiederum die Kolpingsfamilie erworben, in dem ein baufälliger Schuppen und die eine Waschküche entfernt wurden und dadurch eine Bühne geschaffen werden konnte.

Einmal in jedem Monat soll das Treffen der Kolpingsfamilie erweitert werden zu einem offenen Abend für die ganze Gemeinde. Der Plan hat sich noch nicht vollkommen durchgesetzt; immerhin ergab sich die Möglichkeit, weitere Kreise der Gemeinde zu einer Aussprache über Fragen des Gemeindelebens zusammenzuführen.

Bei einer solchen Gelegenheit wurde auch der Wunsch des H. Kardinals, die Kinder womöglich im 1. Oder spätestens im 2. Schuljahr zur ersten Hl. Kommunion zu führen, durchgesprochen. Bei der regen Aussprache waren alle Anwesenden außer einem für die Vorverlegung der Erstkommunion und für eine recht einfache Gestaltung der Familienfeier an diesem Tage. Vielleicht könnte die kirchliche Schulentlassungsfeier dafür mehr festlich gestaltet werden. - Renate Triebsch, die noch nicht zur Schule geht, kam regelmäßig mit der Mutter zum Beicht- und Kommunionunterricht. Die Leistungen im Unterricht waren sehr gut.

Ein Erfolg der Bemühungen um eine möglichst frühe Erfassung der Kinder war es auch, daß Felizitas Schippmann mit ihrer Mutter regelmäßig am Religionsunterricht der Kinder der 1. und 2. Klasse teilnimmt, obwohl sie einen weiten Weg hat. Auch Thomas Rowe nimmt schon mit Interesse am Unterricht der Untergruppe teil.

Ein Höhepunkt war die Einkleidung von 2 Novizinnen durch den H. Weihbischof Dr. Bengsch in unserer Pfarrkirche. Die eine, jetzt Schw. M. Regina, ist die Tochter des Photographen Goltz in Brandenburg, der selbst nicht kath. ist; die Mutter ist im Westen und konnte zu der Feier nicht kommen.

Die Andere - jetzt Schw. M. Assumpta - stammt aus Sachsen. Wegen der besonderen Feier hatte der H. Kardinal gestattet, daß der H. Weihbischof selbst die Einkleidung vornahm, was jedoch in Zukunft nicht mehr der Fall sein wird.
Die Kirche war überfüllt von Besuchern, die mit tiefer Ergriffenheit der Feier folgten. Es war am Donnerstag, 8. Oktober.

Am Krankentag im September nahmen ...... Kranke teil.

Im Herbst führte die Pfarrjugend im Pfarrsaal das Spiel "Ihr werdet sein wie Gott" auf; unmittelbar vor Weihnachten die Herbergssuche von Thurmaier in der Kirche.

In der Nacht vom 18/19 Dezember verstarb plötzlich der Pfarrer von Werneuchen Erich Klawitter, der früher hier als Jugendseelsorger überaus segensreich gewirkt hatte. Sein Wirken für die Jugend war anerkannt worden, in dem ihm die Diözesanführung der Jugend übertragen wurde.

Ein früheres Gemeindemitglied Fr. Dr. Wichmann in Düsseldorf, die sich schon öfter unserer Gemeinde als große Wohltäterin erwiesen hat; stiftete ein herrliches weißes Messgewand und ein

1959/60

ebenfalls ganz wunderbares weißes Pluviale.

Alle Gläubigen waren entzückt, als das neue Meßgewand zum ersten male an Mariä Unbefleckte Empfängnis getragen wurde - schon früher hatte die Oberin vom Guten Hirten uns zwei sehr schöne Meßgewänder geschenkt,
ein Rotes und ein Weißes mit Handgesticktem Kreuz; Es waren gebrauchte, jedoch gut erhaltene Gewänder.

Zu erfreulichen Tatsachen ist zu rechnen, daß sich der Kommunionempfang solcher Kranken, die nicht zur Kirche kommen können, allmählich einbürgert. Im Stadtgebiet empfangen 8 Dauerkranke an jedem Herz - Jesu - Freitag die Hl. Kommunion in ihrer Wohnung, jeden Donnerstag vor dem Herz - Jesu - Freitag auf der Eigenen Scholle etwa 5 Kranke.

 

 

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