Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1960 - |

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Chronik des Jahres 1960

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| Anlage zur Chronik des Jahres 1960 - Gedenkworte für unseren Pfarrer Jochmann |

1.März.
Herr Kaplan Joachim Hinz wurde als Kuratus nach Werneuchen versetzt, nachdem er 7 Jahre in Brandenburg gewirkt hatte. In der Abschiedsfeier, die die Jugend gestaltete, kam zum Ausdruck, wie viel er der Jugend gegeben hat in den verschiedenen Gruppen sowie in zahlreichen einzelnen Aussprachen. Anerkennend wurden erwähnt die mühsam zusammen gestellten Ausstellungen und die gediegenen Theaterstücke, die Herr Kaplan Hinz mit der Jugend eingeübt hatte. Herr Prälat Jochmann würdigte ihn als Mann der Ruhe und der Reife. Mit ihm scheidet ein angenehmer Hausgenosse.

Herr Kaplan meinte, ihm sei zumute wie dem Sohn, der aus dem Vaterhause Abschied nimmt, während er nun vor der schwierigen Aufgabe stehe, selbst Vater einer Gemeinde zu sein.
Er dankte für die Geschenke der Jugend, nämlich ein kostbares Meßbuch und ein Fotoalbum mit Erinnerungen aus den Erlebnissen der Jugend, daß W. Kießig mit einem humorvollen Gedicht überreichte.

Das Triduum zur Vorbereitung auf Ostern hielt Pf. Czarnetzki aus Treuenbritzen.

Ein großer Schmerz traf die Gemeinde durch den ganz unerwarteten Tod ihres Pfarrers Monsgr. Erzpriester Albrecht Jochmann.
In den frühen Morgenstunden des 14 Juni, nachdem er bis in die Nacht hinein gearbeitet hatte, fühlte sich Herr Pfarrer unwohl und mußte sofort in das St. Marienkrankenhaus überführt werden. Gegen Mittag bat Herr Pfarrer um die Krankenölung, die ihm Herr Kaplan Kalinowski spendete. Ganz aufmerksam folgte Herr Pfarrer der Hl. Handlung.

Kurz vor dem abendlichen Aveläuten wurde unser guter Herr Pfarrer heimgerufen. Ein Herzinfarkt hatte seinem eifrigen Wirken ein jähes Ende bereitet.

Msgr. Erzpriester Albrecht Jochmann, Pfarrer in der Dreifaltigkeitskirche Brandenburg und Erzpriester des Dekanates Potsdam, ist am 12.4. 91 in Spandau geboren und 1914 in Breslau zum Priester geweiht.
Als junger Kaplan hatte er in Liegnitz und Cottbus gewirkt.
1919 wurde er zum Pfarradministrator nach Zehdenick berufen, war dann Kaplan in St. Sebastian am Wedding und von Oktober 1922 an Kuratus in Königswusterhausen. Dann kam er nach St. Thomas Charlottenburg, nach Bergen auf Rügen und 1931 nach Stettin - Hl. Familie.
Im Juli 1937 kam er nach Brandenburg.

23 Jahre lang wirkte er eifrig und unermüdlich als guter Hirt unserer Gemeinde. " Er war ein Priester, der es mit seinem Priestertum ernst nahm." - Worte des Weihbischofs Bengsch in der Traueransprache beim Requiem.
Sein Einfühlungsvermögen und Mitempfinden mit jedem seiner Pfarrkinder machten ihn zum wahren Vater der Gemeinde (siehe Gedenkworte für + Pfarrer Jochmann") von Frl. Broll.

Am 18. Juni, seinem 46. Weihetag, wurde Herr Pfarrer bestattet, nachdem er 3 Tage im Marienkrankenhaus aufgebahrt gelegen hatte.
Am Morgen des 18. Juni erwartete die Gemeinde den Sarg auf dem Kirchplatz und begleitete ihren Seelsorger zum letzten male in das Gotteshaus.
60 Priester sangen das Totenoffizium. Auch Pastoren der evangelischen
Schwesterkirchen waren anwesend.

Die Beerdigung glich einem Triumpfzug. Unabsehbar waren die Scharen, die durch die Abtstr., Friedensstr., Kirchhofstr., dem Trauerzug folgten. Ein Studienfreund des Verstorbenen, Pfarrer Sawa, hielt die Ansprache am Grabe. 2 Pastoren bekundeten die Teilnahme der evang. Glaubensbrüder.

Einige Auszüge aus den zahlreichen Beileidsschreiben:
" Mit tiefer Erschütterung habe ich die Nachricht vom Heimgang unseres lieben und verehrten Msgr. Jochmann gelesen. Ich gehörte früher zu seinen Pfarrkindern. Ich nahm früher an seinem Bibelkreis teil, hörte seine Predigten. Meine Kinder erhielten von Ihm den Religionsunterricht, der ihrem Leben die entscheidende Prägung gab. Wie oft hat sein Wort uns getröstet und aufgerichtet - wie oft hat er uns in den Jahren nach Kriegsende tätig geholfen. Wir lieben und verehren ihn über den Tod hinaus. Er war eine prophetische Gestalt, glühend vor Liebe zu Gott und den Menschen, begabt mit einer großen Kraft des Wortes, mit der Fähigkeit die Wahrheit sichtbar zu machen und die Lehre Christi in unsren Alltag zu übersetzen.
Er brannte - er hat sich im Dienste Gottes verzehrt, aber sein Beispiel leuchtet weiter ...... ." Frau Käte Steinkopff.

" .... Ich war von 1922 - 25 sein Ministrant ..... der Tod von Pfarrer Jochmann, anders durften wir ihn nicht nennen, bedeutet einen großen Verlust über die Grenzen seiner Pfarrei hinaus....." Dr. med. Erh. Lux, Chefarzt des Krankenh. Maria - Trost.

" Ihre Kirchengemeinde zeigte mir den Tod ihres Geistlichen, Msgr. A. Jochmann, an. Lassen Sie sich danken, daß Sie auch uns an Ihrem Schmerz haben teilnehmen lassen. Die Nachricht fand ich bei der Rückkehr von einer längeren Dienstreise vor, so daß ich an der Trauerfeier nicht mehr teilnehmen konnte. Ich hätte es gern getan. Ich habe den Verstorbenen wegen seiner demütigen, ganz seinem Amte hingegebenen Art, wegen seines unermüdlichen Fleißes und wegen seiner aufrechten Gesinnung sehr verehrt.
Erst vor ein paar Wochen haben wir uns länger unterhalten, und ich war freudig erstaunt, wie all die Fragen unserer Gegenwart noch durch sein Herz gingen trotz seiner Jahre! Wie oft
sah ich ihn die Domlinden entlang in eines der Dörfer radelnd!
Sie verlieren viel mit ihm. Möge der Herr ihn in Gnaden annehmen!
In herzlicher Mittrauer bin ich Ihr Ihnen in Christus verbundener Pf. u. Dechant des Domkapitels Schönherr."

Pfarradministrator und Testamentsvollstrecker wurde Kapl. Teichmann.
Als Nachfolger des Verstorbenen wurde der Rektor des Bischöflichen Vorseminars Schöneiche, Klaus Gawlitta, zum Pfarrer der Dreifaltigkeitskirche berufen.
Er wurde am 1. Adventssonntag eingeführt und bald darauf zum Erzpriester des Dekanats Potsdam ernannt.

Auch beim Einführungsgottesdienst kam die Verbundenheit mit den evang. Gemeinden durch Anwesenheit der Pastoren und des Superintendenten Schönherr zum Ausdruck.
Pfarrer Gawlitta wohnte zunächst im St. Marienkrankenhaus, da das sehr erneuerungsbedürftige Pfarrhaus erst umgebaut werden mußte.
Der Umbau sollte 4 Monate in Anspruch nehmen.

 

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Pfarrer
Albrecht Jochmann

 

 

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Beim Requiem für Erzpriester
Albrecht Jochmann
(18.06.1960)

 

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Beim letzten Geleit für
Erzpriester Albrecht Jochmann
(18.06.1960)

 

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Grabmal
Monsignore Albrecht Jochmann

 

 

 

 

 

 

 

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Pfarrer Klaus Gawlitter

 

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