Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1994 - |

 Hauptseite

      1903 1904 1905 1906 1907 1908 1909
1910 1911 1912 1913 1914 1915 1916 1917 1918 1919
1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929
1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939
1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949
1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959
1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969
1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979
1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
2000                  
 
Chronik des Jahres 1994

Dokument als PDF-Datei ...

 
 
 

09.01.94
Nachdem über Jahre das Gotteslob für die Bistümer und Kommissariate der DDR mit entsprechendem Liedanhang auch in der Dreifaltigkeitsgemeinde in Gebrauch war, wird nunmehr das in Westberlin übliche Gotteslob mit Berliner Anhang eingeführt. Manche Lieder sind aus der Zeit vor der Mauer noch bekannt, andere müssen neu gelernt oder zumindest die Melodien neu eingeprägt werden, was einige Probleme bereitet.

11.-13-03.94
Eine Begegnung der Pfarrgemeinderäte Kaiserslautern und Brandenburg findet an diesem Wochenende statt. Thema: Visionen von Kirche.

27.03.94
In der St. Nikolaikirche singt der Brandenburger Kammerchor unter Leitung von Thomas Hennig die Johannes-Passion von Schütz. Der Kammerchor setzt sich zusammen aus Berufssängern und pflegt in seinen Konzerten besonders auch sakrale Musik. St. Nikolai haben sie besonders ausersehen als "ihre" Konzertkirche.

02.04.94
In St. Nikolai wird in Verantwortung der Bistumsbeauftragten für Rundfunk- und Fernseharbeit die Osternacht gefeiert und im Fernsehen 1 A Brandenburg übertragen. Die Atmosphäre der Kirche war der Grund, weshalb unbedingt von hier die Übertragung sein sollte. Die Gemeindeleitung war mit dieser Übertragung nicht einverstanden, da der Pfarrer aufgrund seiner Erkrankung noch zur Kur war und eine hinreichende Abstimmung mit der Gemeinde nicht gesucht wurde. Die Übertragung selbst war gut und fand bei vielen Zuschauern Anklang, so daß die ganze Angelegenheit versöhnlich betrachtet wurde.

12.-14.04.94
Unter dem Thema "Ist die Einheit noch zu retten" findet wieder mit gutem Anklang die ökumenische Bibelwoche statt. Durchschnittlich nehmen 40 Personen an den einzelnen Abenden teil, von denen etwa 2/3 der katholischen Gemeinde angehören.

21.04.94
Zum ersten Mal findet in St. Bernhard, eingeladen durch Diakon Werner Kießig und Ehefrau
Regina, eine Seniorentanzrunde statt. Dieses Unternehmen entwickelt sich im Laufe der Jahre zu einem Schwerpunkt der Seniorenarbeit. Nach dem Weggang des Diakons findet der Seniorentanz regelmäßig im Gemeindezentrum von Dreifaltigkeit statt, sehr bald mit ökumenischer Öffnung. Sr. Agnes von der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen verantwortet dieses Unternehmen, das sich bei den Senioren sehr großer Beliebtheit erfreut. Bald gehört der Seniorentanz zu vielen Veranstaltungen der Gemeinde, z.B. Gemeindefest, Fest mit den Ausländern, ökumenische Veranstaltungen.

23.04.94
18 Jugendliche der Gemeinde empfangen durch Weihbischof Weider spendet das hl. Sakrament der Firmung.

28.04.-01.05.94
Im Rahmen der Gemeindepartnerschaft mit St. Martin, Kaiserslautern, ist der deutsch-amerikanische Rheinland-Pfalz-Chor in der Gemeinde zu Gast. Er gibt ein Konzert in St. Nikolai und singt am Sonntag im Gottesdienst. Die Begeisterung in der Gemeinde ist groß und es ergeben sich schnell gute Gesprächskontakte.

04.05.94
Zum ersten Mal findet in St. Nikolai das Ökumenische Friedensgebet statt, das in den kommenden Jahren in großer Treue von durchschnittlich 30 - 40 Teilnehmern getragen wird. Hintergrund für dieses ökumenische Friedensgebet ist die Tatsache, daß in Brandenburg in der Zeit des Nationalsozialismus viel Unrecht geschehen ist. Im alten Zuchthaus gegenüber der St. Nikolaikirche wurden die ersten Vergasungen durchgeführt. Rund 8.000 Euthanasieopfer aus den Pflegeanstalten der Stadt und des Umlandes waren zu beklagen. Im neuen Zuchthaus auf dem Görden wurden fast 2.000 Hinrichtungen, vorwiegend durch das Fallbeil, vollzogen. Die Opfer wurden durch den Volksgerichtshof in Berlin verurteilt, und in Plötzensee und Brandenburg wurden die Urteile vollstreckt. Und weil solches Unrecht auf der Welt nicht aufhört, entschloß sich ein Initiativkreis von Dreifaltigkeit und St. Gotthard unter der Leitung von Pfarrer Richard Rupprecht und Pfr. Dr. Christian Löhr zu diesem ökumenischen Friedensgebet, das an jedem ersten Mittwoch im Monat stattfindet. Folgender feststehender Ritus wurde erarbeitet: Eingangslied - Begrüßung - Darstellung eines Lebensbildes, an dem der Einsatz für Frieden und Menschenwürde abzulesen ist - Orgelspiel zur Meditation - Vortrag aktueller Fürbitten durch zwei Sprecher/innen und anschließend aus der Gemeinde, eingeleitet durch den Liedvers "Bleibet hier und wachet mit mir, wachet und betet" - Segen - Abschlußlied "Verleih uns Frieden gnädiglich". Die Teilnehmer des Friedensgebetes versammeln sich vor der Pieta und der Gedenktafel für die Opfer ungerechter Gewalt. Ein Arbeitskreis "Friedensgebet" bereitet die Gebetsabende vor. Dieses Friedensgebet sollte auch das "Gebet für unser Land" aus der Wendezeit, wenn auch mit Unterbrechung, gleichsam fortsetzen und ein Zeichen christlicher Verantwortung für Frieden und Menschenwürde setzen.

04.05.94
Unter reger Beteiligung der Pfarrgemeinde wird die neue Kindertagesstätte eingeweiht. Das ehemalige Pfarrhaus Nr. 26 wurde, unterstützt durch öffentliche Fördermittel, saniert und restauriert und zur neuen Kindertagesstätte der Gemeinde ausgebaut. 45 Kinder in den Bereichen Krippe, Kindergarten und Hort können nunmehr betreut werden. Der bisherige Kindergarten rechts und links vom Torweg Nr. 24 hat im Laufe der Jahre sehr segensreich gearbeitet, mußte dies jedoch unter schwierigen räumlichen und sanitären Bedingungen tun. Nunmehr sind diese Probleme ausgestanden und die Mitarbeiterinnen der Kita unter der Leitung von Sr. Veronika Neugebauer können unter guten räumlichen Voraussetzungen ihren Dienst tun. Der historische Bau hat zudem eine warme Atmosphäre, die Kindern, Mitarbeiterinnen und Eltern wohltut.

11.05.94
16 Kinder der Gemeinde gehen zur Ersten Heiligen Kommunion.

29.05.94
Unter großer Beteiligung findet in Lehnin auf dem Klostergelände der Dekanatstag statt. Viel Anklang fand der Gottesdienst, bei dem eine eigene, von der Gemeindereferentin Christina Brath zusammengeführte Dekanatskinderschola mitwirkte. Diese war schon zu einem Dekanatskindersingewochenende zusammengekommen, um für den Dekanatstag zu proben. Dieses Singewochenende fand in den nächsten Jahren regelmäßig statt und war ein Höhepunkt der Kinderpastoral in der Gemeinde und im Dekanat. Es wurden großartige Singspiele, z.B. Tabaluga oder Noah u.a, aufgeführt und mitreißende Kindergottesdienste gefeiert.

05.06.94
Zum ersten Mal seit langer Zeit wird die Fronleichnamsprozession auf eine neue Art und Weise durchgeführt. Die hl. Messe wird wie gewohnt im Garten des St. Marienkrankenhauses gefeiert. Sodann geht die Prozession unter Schweigen die Bergstraße hinunter nach St. Nikolai. Vor dem Seitenportal der St. Nikolaikirche wird die Statio mit sakramentalem Segen gehalten. Danach wird das Allerheiligste in die Kirche gebracht. Diese Form ist für die nächsten Jahre bestimmend. Die Statio steht immer unter einem besonderen Gesichtspunkt und wird jeweils von einer Gemeindegruppe vorbereitet. Die neue Form hat zum Ziel, die Prozession stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Die gute Beteiligung von ca. 400 Katholiken aus der ganzen Stadt trug dazu bei, daß die Prozession ein überzeugendes religiöses Ereignis wurde. Alle übrigen Gottesdienste in der Stadt fallen zugunsten der Fronleichnamsprozession aus.

06.07.94
In St. Nikolai wird in Verbindung mit dem ökumenischen Friedensgebet eine Ausstellung über Dr. Max Josef Metzger, der im Zuchthaus Brandenburg hingerichtet wurde, eröffnet. Es gehört zu den Zielen von St. Nikolai, auch über Ausstellungen eine größere Öffentlichkeit zu erreichen.

08.-10.07.
Pfarrer Rupprecht fährt mit einer Gruppe nach Lipova in Rumänien, um mit Pfarrer Laslo die Voraussetzungen der Beziehungen zwischen den Gemeinden zu besprechen. Da die Bindungen von Lipova stärker nach Österreich orientiert sind, von wo auch mehr Hilfe kommt und möglich ist, wird vereinbart, daß die Beziehungen zwischen Lipova und Brandenburg nicht den Stellenwert einer Partnerschaft haben, sondern sich auf punktuelle Kontakte und Hilfen beschränken. Der Aufenthalt in Lipova war sehr informativ und herzlich. Unmittelbar vor der Heimfahrt kam Kaplan Hans-Peter Müller mit einer Jugendgruppe in Lipova an, um einige Tage in Rumänien zu bleiben und mit Jugendlichen aus dem Ort Kontakte zu knüpfen.

08.08.94
Auf dem Neust. Friedhof wird die Ordensschwester Beatrix Bücker beerdigt. Sie war u.a. im St. Marienkrankenhaus und im Haushalt des Kardinals in Berlin tätig gewesen. Sie litt schon längere Zeit unter schweren Depressionen und war in ärztlicher Behandlung. Unerwartet nahm sie sich in der Niederlassung in Berlin-Zehlendorf das Leben. Sehr betroffen, aber auch mit großer Anteilnahme und Verständnis nahmen viele am Requiem in der Dreifaltigkeitskirche und an der Beerdigung teil. R.i.p.

13./14.08.94
Im Rahmen der Partnerschaft mit St. Martin/Kaiserslautern ist eine Gruppe aus Uruguay mit Pfr. Mario in der Gemeinde zu Gast. Der Sonntagsgottesdienst und eine Begegnung mit dem Pfarrgemeinderat waren die Höhepunkte der sehr herzlichen Begegnung.

31.08.94
In Verbindung mit der Eröffnung des Kaufhauses von C&A findet auf Wunsch der Geschäftsleitung in der Pfarrkirche eine hl. Messe statt. Die Sorge, daß dieser Gottesdienst wegen der vielen religionslosen Mitarbeiter/innen zum Problem würde, erwies sich als grundlos, da sowohl von anderen Standorten des Unternehmens und aus der Gemeinde relativ viele Leute am Gottesdienst teilnahmen und eine gute Atmosphäre herrschte.

01.09.94
Mit Wirkung vom 01.09.94 werden die bislang selbständigen Kuratien St. Elisabeth und St. Bernhard in die Muttergemeinde Hl. Dreifaltigkeit wieder eingegliedert.
Diese Regelung war schon längere Zeit absehbar. Durch den Tod von Pfr. Theobald Höhle am 31.01.86 wurde die Betreuung von St. Bernhard bereits vom Pfarrer der Dreifaltigkeitsgemeinde wahrgenommen. In St. Elisabeth bahnte sich diese Regelung durch die Versetzung des letzten Pfarrers der Gemeinde, Konrad Paul, an. Die Redemptoristen, die die Gottesdienste in beiden Kirchen übernahmen, wollten jedoch nicht die gesamte Gemeindeseelsorge übernehmen, um für ihre Aufgabengebiete frei zu sein. Somit wurden die Gemeinden mit Zustimmung der Gemeindemitglieder wieder in die Muttergemeinde eingefügt. Begünstigt wurde der Schritt durch das neue Gemeindezentrum. Somit gibt es nur noch einen KV und einen PGR. Die kategoriale Seelsorge wird von Dreifaltigkeit wahrgenommen. In St. Bernhard und in St. Elisabeth wird jedoch weiterhin regelmäßig an Sonn- und Feiertagen die hl. Messe gefeiert, werden Seniorenrunden durchgeführt und in St. Elisabeth besteht weiterhin ein kleiner Chor zur Gestaltung der Gottesdienste. Um aber eine Kontakt- und Dienststelle vor Ort zu haben, nimmt in St. Bernhard Familie Werner Kießig (später Familie Jörg Schreiber) und in St. Elisabeth Familie Ingo Galla diese Aufgabe wahr. Mit jeweils einem Ehepartner wurde ein 25%-iger Dienstvertrag für Küster- und Hausmeisterdienste geschlossen. Es zeigte sich bald, daß diese Regelung gut war. Im Bistum wurde diese relativ problemlose Zusammenführung von drei Gemeinden zu einer Gemeinde bald als Modell vorgestellt.

25.09.94
In St. Hedwig wird ein Sohn der Gemeinde, Matthias Laminski, zum Diakon geweiht. Einige aus der Gemeinde fahren zur Weihe. Am darauffolgenden Sonntag assistiert er beim Gemeindegottesdienst, und anschließend ist eine Stunde der Begegnung im Pfarrsaal. Die frohe Anteilnahme der Gemeinde war deutlich zu spüren, wenngleich Matthias durch die Jahre des Studiums in Magdeburg und Erfurt nicht mehr so stark im Bewußtsein der Gemeinde war.

26.09.94
In St. Nikolai singt ein afrikanischer Chor aus Ghana und versetzt die Zuhörer in Begeisterung. Er ist im Blick auf den Weltmissionssonntag in Deutschland unterwegs.

27.09.94
Auf dem Gelände der ehemaligen Freimaurerloge und des nachfolgenden Pionierhauses findet in Anwesenheit prominenter Vertreter der Caritas, des Landes und der Stadt der 1. Spatenstich für den Bau des Caritas-Seniorenzentrums statt. Frau Katharina Ciercynski, eine spätere Bewohnerin des Zentrums, nimmt den Spatenstich vor. Anschließend trifft man sich im Pfarrsaal der Dreifaltigkeitsgemeinde zum Kaffee und Gedankenaustausch.
Nachdem das Altersheim in Plaue aufgegeben werden mußte, war der Bedarf nach einer neuen Einrichtung für Senioren offensichtlich. Dem Caritasverband war es auf Anregung des Pfarrers gelungen, mit der Mutterloge in Berlin, die wieder Eigentümerin des Grundstückes geworden war, einen Erbbaurechtsvertrag zu schließen, um auf dem Grundstück ein neues Seniorenzentrum zu errichten. Es war gelungen, weitere Nachbargrundstücke zu erwerben, so daß ausreichend Platz für da Zentrum gegeben war. Der Neubau ging zügig voran, wogegen bezüglich der Altbausubstanz des Logenhauses lange mit der Denkmalspflege gestritten wurde. Später verkaufte die Loge das Anwesen an die Caritas.

04.10.94
Um 10.30 Uhr findet ein Festgottesdienst statt anläßlich der Einweihung des neuen Schwesternhauses. Viele Gemeindemitglieder und Gäste sowie die für den Bau Verantwortlichen nehmen an dem frohen Ereignis teil. Der Festtag schließt mit einer feierlichen Vesper. Mit der Einweihung dieses Hauses geht ein großer Wunsch der Schwesterngemeinschaft in Erfüllung.

05.10.94
In der Pfarrkirche findet ein Arbeitseinsatz statt. Die Kirche wird ausgeräumt, weil eine neue Heizung eingebaut wird. Die bisherigen Außenwandheizkörper müssen entfernt werden. Es wird eine Fußbodenheizung, ergänzt durch einige Radiatoren an den Außenwänden, eingebaut. Die Sonntagsgottesdienste werden vorübergehend in St. Nikolai gehalten.

27.11.94
Diakon Werner Kießig hat in St. Nikolai eine Krippenausstellung organisiert, die von vielen Leuten besucht wird.

04.12.94
Im Pfarrsaal findet eine große Familiennikolausfeier statt. Über einige Jahre fand diese Form, das Nikolausfest zu feiern, großen Anklang.

18.12.94
Das Haus Nr. 25 ist nach einer gründlichen Sanierung fertiggestellt und wird nunmehr als neues Pfarrhaus bezogen. Im Paterre ist das Pfarrbüro, in der 1. Etage wohnt der Pfarrer, in der 2. der Kaplan und im Dachgeschoß der Küster. Damit hat eine lange Zeit von Notlösungen endlich ein Ende gefunden.

 

 

 

Vergrößern?
Tage des
Gemeinsamen Lebens

 

Seitenanfang