Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik ab 1903 | - 1996 - |

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2000                  
 
Chronik des Jahres 1996

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12.01.96
Nach langen Beratungen im KV und PGR und Genehmigung durch das EBO sollte in diesem Jahr eine umfassende Sanierung der Dreifaltigkeitskirche, sowohl außen als auch innen, vorgenommen werden. Dabei sollte die architektonische Übereinstimmung zwischen außen und innen, die bei der Umgestaltung 1973 verändert worden war, wiederhergestellt werden. Vor allem im Altarraum sollte die Bogenstruktur und die ursprüngliche Form der Fenster wieder deutlich werden. Die Fenster im Kirchenschiff sollten ebenfalls neu gestaltet werden. Gesamtkosten: Ca. 1.800.000,- DM. Die Vorarbeiten waren durch den Architekten Manfred Thon bereits geleistet worden. Mit Fax vom 12.01.96 wurden wegen finanzieller Sorgen des Erzbistums die bereits genehmigten Mittel um 1.000.000,- DM gekürzt. Dies hatte zur Folge, daß mit den verbleibenden Sonder- und Eigenmitteln nur die Sanierung der Außenhülle - Dach, Turm, Dachentwässerung, Mauerwerk- vorgenommen werden konnte. Dank der Tatsache, daß die Kirchengemeinde ein Haus in der Brielower Str. geerbt hat, das für 230.000,- DM verkauft werden konnte, standen die notwendigen Eigenmittel zur Verfügung. Nach Ostern 96 wurde mit den Baumaßnahmen begonnen, bis zum Herbst konnten sie abgeschlossen werden. Die übrigen Vorhaben mußten auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Die Malerarbeiten und die Reinigung der Kirche als Abschluß der Baumaßnahmen wurden von der Gemeinde in einem großen Arbeitseinsatz durchgeführt.

01.02.96
Frau Barbara Käding, die bislang ehrenamtlich viele Dienste in der Pfarrei wahrgenommen hat, hat sich entschlossen, praxisbegleitend eine Ausbildung zur Gemeindereferentin über die TPA Berlin zu beginnen. Der PGR hat dies befürwortet und das Ordinariat hat ihre Bewerbung angenommen. Durch den Weggang von Familie Kießig konnte sie die Aufgaben Seniorenpastoral, Pfarrkartei und Kirchenbücher übernehmen. Sie nimmt mit Engagement und Einfühlungsvermögen ihre Aufgaben wahr.

03.03.96
Die Gemeinde wird informiert über die Einrichtung einer ökumenischen Telefonseelsorge in Potsdam, an die auch der Bereich Brandenburg angeschlossen ist. Über den ökumenischen Arbeitskreis ist diese Einrichtung wesentlich gefördert und im Raum Brandenburg bekanntgemacht worden. Da die Telefonseelsorge weitgehend über Spenden und sonstige Zuwendungen finanziert wird, stellt der KV einen jährlichen Beitrag von 3.000,- DM bereit.

03.04.96
Beim ökumenischen Friedensgebet wird des Priesters Karl Leisner gedacht, der im KZ Dachau zum Priester geweiht und kurze Zeit danach an Entkräftung gestorben ist. Sein Bruder Wilhelm Leisner stellt das Leben des Heimgegangenen vor. Anlaß dieses Gedächtnisses ist die beim Papstbesuch in Berlin am 23. Juni vorgesehene Seligsprechung Karl Leisners.

03.05.96
Die jährlich stattfindende "Woche für das Leben" wird in diesem Jahr in ökumenischer Gemeinschaft begangen, da das Thema "Leben bis zuletzt" als besonders dringend empfunden wird. Deshalb findet an diesem Abend im Pfarrsaal eine gut besetzte und gut besuchte Podiumsdiskussion statt.

10.05.96
Im Blick auf die bevorstehende Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs am 23. Juni hält Domprobst Otto Riedel vor ca. 50 Teilnehmern einen Vortrag über Leben und Wirken Bernhard Lichtenbergs.

19.05.96
19 Kinder der Gemeinde gehen zur Ersten Heiligen Kommunion.

14.06.96
Gemeindeabend zur Vorbereitung auf den Papstbesuch. Alle, die am Papstgottesdienst im Olympiastadion teilnehmen wollen treffen sich zu einer organisatorischen und geistlichen Einstimmung auf dieses Ereignis. Inhaltlicher Schwerpunkt ist die Bedeutung Papst Johnnes Pauls II., wozu Pfr. Rupprecht einige Ausführungen macht. Eine Diskussion schließt sich an, da diesem Papst auch viele Vorbehalte entgegengebracht werden.

23.06.96
Weit über 200 Gemeindemitglieder fahren zur Papstmesse ins Olympiastadion anläßlich der Seligsprechung Bernhard Lichtenbergs und Karl Leisners. Während anfangs eine gewisse Reserviertheit diesem Ereignis entgegengebracht wurde, kam zunehmend Freude auf und das Ereignis selbst war sehr beeindruckend und bewegend. Der schon durch die Last des Alters und der Verantwortung gezeichnete Papst vermochte seine Botschaft überzeugend zu vermitteln. In der öffentlichen Berichterstattung spielten Kundgebungen gegen den Papst eine überproportionale Rolle.

03.07.96
In den Monaten Juli und August 96 ist in St. Nikolai die Ausstellung "Die katholische Kirche und der Nationalsozialismus" zu besichtigen. Die Ausstellung steht in Zusammenhang mit der Seligsprechung von Bernhard Lichtenberg und Karl Leisner. Sie informiert über die Haltung der katholischen Kirche und einzelner Zeugen zu den Ereignissen von 1933-1945. Dabei wird deutlich, daß die Kirche offiziell zu große Zurückhaltung gegenüber den Verbrechen des Nationalsozialismus geübt hat, jedoch in vielen einzelnen Zeugen des Glaubens großen Mut bewiesen hat. Die Eröffnung der Ausstellung erfolgt in Zusammenhang mit dem ökumenischen Friedensgebet.

20.08.96
Die Senioren unternehmen eine Tagesfahrt mit dem Bus auf die Insel Rügen, um dort einen Tag mit Diakon Werner Kießig, der viele Jahre für die Seniorenarbeit in Dreifaltigkeit zuständig war, zu verbringen.

07.-14.09.96
Zum 2. Mal findet eine Seniorenfahrt nach Österreich statt, da bei der ersten Fahrt mit Diakon Kießig nicht alle berücksichtigt werden konnten. Neben den Sehenswürdigkeiten in Österreich ist der Besuch der Schwestern in Vöcklabruck Ziel dieser Reise. Einige der Schwestern waren viele Jahre in Brandenburg im St. Marienkrankenhaus tätig und verbringen nun ihren Lebensabend wieder in der Heimat.

13.09.96
Mit Vertretern des Schulreferates beim Bischöflichen Ordinariat findet im Gemeindehaus ein Informationsabend zum Unterrichtsfach LER (Lebenskunde, Ethik, Religion) statt. Das Land Brandenburg will dieses Fach als verbindliches Schulfach für alle Kinder einführen. Ziel dieses Faches ist, alle Schüler mit ethischen und religiösen Fragen zu konfrontieren, weil - bedingt durch die DDR-Vergangenheit - nur ca. 10 % der Schulkinder noch getauft sind. Der konfessionelle Religionsunterricht soll nach diesem Konzept in den Kirchengemeinden verbleiben. Da dieses Konzept der Praxis in den alten Bundesländern, wo Religionsunterricht Schulfach ist, widerspricht und zudem die Realisierung des Faches LER mit entsprechenden Lehrkräften sehr fragwürdig erscheint, sprechen sich die Kirchen vehement gegen dieses Fach aus. Sie fordern auch im Land Brandenburg die Anerkennung des Religionsunterrichtes als Schulfach und Alternative zu LER bzw. Ethik. Der Streit um dieses Fach wird unter sehr unterschiedlichen Prämissen ausgetragen und ist von daher etwas fragwürdig. Kirchen und einzelne Eltern haben die Frage vor das Bundesverfassungsgericht gebracht, das eine Entscheidung über die Zulässigkeit von LER als Pflichtfach herbeiführen soll. Ziel des Bischofs von Berlin ist die grundsätzliche Anerkennung des Religionsunterrichts als Schulfach, auch wenn der Unterricht aus praktischen Erwägungen teilweise in kirchlichen Räumen stattfinden muß.

22.09.96
In Kirchmöser findet die Grundsteinlegung zur neuen Heilig-Geist-Kapelle statt. Sie dient gleichzeitig als Kirche für die neu entstandene Familienerholungstätte St. Ursula. Die bisherige Barackenkirche fällt an die Bahn als Eigentümerin des Grundstückes zurück. Nur das Pfarrhaus bleibt an seiner bisherigen Stelle. Die Kirchweihe wird am 24.01.98 durch Bischof Leo Nowak vorgenommen.

23.09.96
Unter großer Beteiligung der Gemeinde und der Öffentlichkeit findet um 11.30 Uhr das Requiem für + Sebastian Nowotny statt. Anschließend ist die Beerdigung auf dem Neust. Friedhof. Sebastian hatte mit seinem Freund Andreas Ciercynski eine Radtour rund um die Ostsee gemacht. Regelmäßig lieferten sie kurze Faxberichte an die Zeitung, die diese dann veröffentlichte. Nachdem sie am 12.09. in Rostock wieder heimatlichen Boden erreicht hatten, wurde Sebastian bei der Ausfahrt vom Rostocker Hafen von einem LKW erfaßt und verunglückte tödlich. Die Trauer bei den Angehörigen, der Gemeinde, Vertretern der Öffentlichkeit und vielen Freunden war sehr groß und die Beerdigung war ein Stadtereignis. Jedoch nicht nur Trauer prägte den Tag, sondern auch eine große Glaubenszuversicht, die beim Requiem und der Beerdigung zum Ausdruck kamen.

22.11.96
Der PGR fährt zu einer Begegnung mit dem PGR von St. Martin nach Kaiserslautern. Anregungen und Erfahrungen werden in guter Atmosphäre ausgetauscht und am Sonntag im Gemeindegottesdienst zur Sprache gebracht.

25.11.96
Ein großer ökumenischer Gesprächsabend zum Thema: Leben bis zuletzt - Sterben kann auch anders sein findet unter reger Beteiligung im Pfarrsaal statt.

 

 

 

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Die Jugend bei -15° C
auf dem Weg nach Lehnin

 

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