Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik vor 1903 | 2. Der Bau der Dreifaltigkeitskirche |

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2.1. Bau Dreifaltigkeitskirche/St. Georg Rathenow 2.6. Unterstützungen und Förderungen des Kirchbaus 1850/51
2.2. Pelikanurkunde 2.7. Brief von Pfarrer Tieffe aus München
2.3. Auszüge aus der Chronik von St. Georg, Rathenow 2.8. Brief von Pfarrer Tieffe aus Prag
2.4. Hilferuf aus Brandenburg a. d. Havel 2.9. Bericht über den Kirchbauverlauf
2.5. Sammlungen für den Kirchbau 2.10. Bericht zum Kirchbauverlauf
 
2.2. Pelikanurkunde

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Diese Urkunde von 1858 wurde 1913 in dem geschnitzten Pelikan der Orgelempore aufgefunden:

- Seite 1 -

 

 

 

Acta

 

 

 

Zur Aufbewahrung
für die katholische
Nachwelt in
Brandenburg

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Gelobt sei Jesus Christus!

Acta.

Nachdem nun unserere hiesige Kirche fertig gebaut und am 12. August 1851 eingeweiht war, aber noch an verschiedener Verschönerung fehlte, so hat unserer Herr Pfarrer, welcher nie ruhete, um seine Kirche zu verschönern, sich verschiedene Freunde gesucht, welche Ihm beistanden, und so entstand im hiesigen Pfarrhause ein inniges, wahres Freundschafts-Kollegium und zwar beim Schuhmacher Tieffe, welcher Bruder vom Pfarrer war, und beide aus Glatz gebürtig; der Pfarrer hier 1844 ankam, und der Schuhmacher 1851; und dann war Franz Nowag Tischler, welcher 1854 ankam und zu Münsterberg geboren, und dessen Bruder Johann Nowag, Maler, welcher am 25. Juni 1834 zu Malschau im Kreis Nimpsch geboren, und 1857 hier in Brandenburg ankam.
Also wurde alle Abende gestochen und geschnitzt und so hat Franz Nowag am Chor die Leidenswerkzeuge geschnitzt, das päpstliche Wappen, die beiden Kreutze Lamm Gottes, am Altare die beiden ?ehernütze? mit Reliequien die Flügel an die Gußeisernen Engel und noch mehr - -
Auch der Herr Pfarrer hat Franziskus und Ignatius gestochen und die vier Evangelisten Atribute ( welche Franz Nowag vollensds fertig gemacht hat).
Auch hat Franz Nowag den Namen über der Thür geschnitzt.
Und Johann Nowag hat den Pelikan und an den dem einen ?Kreutz? die Wolken
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mit dem Lebensbuch geschnitzt, so wie verschiedenes bronzirt, die drei Altäre und Kommunionbank marmorirt u. ?so wie? so wie die 12 Apostel Exehomo u. Maria, Franziskus Ignatius gemalt, wozu zu ?unleserlich? Franz Nowag die Rahmen gestochen und das ????Kreuz geschnitzt.
Aber am 21 Januar 1858 wurde das Kollegium gelöst, weil der Herr Pfarrer Tieffe nach Trebnitz versetzt wurde und sein Bruder Albert (Schuhmacher) mitzog, auch Franz Nowag zog mit, welcher vorher hier Meister wurde, und so blieb Johann Nowag nur noch auf unbestimmte Zeit hier, welcher beim Maler Schulz arbeitete (Steinstraße No. 402).
Also war seit dreijahrhunderte der erste Pfarrer ein Schlesinger, der Maurermeister ein Schlesinger und die zuletzt zur Verschönerung beitrugen, auch Schlesinger. +

Brandenburg a./H. den 15 Januar 1858

(hier drei Siegel) Johann Nowag Maler.
Franz Nowag.
Tischler-Meister.
Albert Tieffe Schuhmacher Meister.
Ignatz Tieffe
Pfarrer.

 

 

 

Vergrößern?
Schluß der sogenanten
"Pelikanurkunde", mit Siegeln
und Unterschriften
15. Januar 1858

 

 

 

 

 

Vergrößern?
Kolorierte Federzeichnung
von 1942

 

 

 

 

 

 

Vergrößern?
Ansicht der Dreifaltigkeits-
kirche mit Turm

 
 

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