Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
Chronik vor 1903 | 3. Aus der Gemeinde |

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3.3. Allgemeines Statut des Gesellenvereins 3.6. Brief an Adolph Kolping
 
3.6. Brief an Adolph Kolping

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Brief von Pfarrer Rieger, 15.11.1858, an Adolph Kolping, über Gründung des katholischen Gesellenvereins in Brandenburg/H.

Dieser Brief wurde vom Herausgeber der "Rheinischen Volksblätter", Adolph Kolping, in der Nr. 48 vom 27. November 1858 veröffentlicht, und als Kopien aus den "Volksblättern" am 4.4.2001 der Kolpingfamilie Brandenburg, auf Nachfrage aus dem Kölner Archiv des Kolpingwerkes zugesandt.

Brandenburg an der Havel, 15. Nov.

Die Zahl Ihrer Kinder ist wieder um eins gewachsen. Ihre Familie hat sich wieder um einen, wenn auch kleinen, doch munteren Jungen vermehrt.
In der Mark Brandenburg und zwar in der alten Chur-, Haupt- und ehemaligen Bischofsstadt ist ein neuer Gesellenverein gegründet. ( Das wäre dann, da in der statistischen Liste unter den Vereinen der Erzdiözese Cöln der Verein Mettmann irrthümlich übersehen worden, der 189ste bestehende Verein. d. R.)
In unserem ebenfalls noch jungen St. Vinzenz-Vereine hatten sich allmählich einige brave Gesellen eingefunden und zwar solche, die bereits anderwärts Mitglieder des Gesellenvereins geworden, der eine zu Paderborn, der andere zu Glatz, ein dritter zu Berlin.
Die faßten Muth und Vertrauen zu mir, und ehe ich mich versahe, sind sie mir auf dem Zimmer mit der Bitte, ich möchte doch in Brandenburg einen Gesellenverein errichten. Einer langen Bitte bedurfte es nicht, und am Abende des 31.Oct. trat der Verein zuerst zusammen.
Unsere Kräfte sind bald gezählt. Ich bin der Präses, mein Lehrer ist Vicepräses, der Altgeselle und zwei Ordner - sehen Sie den ganzen Vorstand.
Die Zahl der Mitglieder beläuft sich auf 24; der 25ste ist bereits nach Berlin marschirt. Eines meiner Zimmer ist Vereinslokal und thun wir, so gut wir können, bis die Zeiten besser werden.
Jetzt sammeln wir Wohlthäter, damit wir uns leidlich ausstaffiren und hoffe die Zahl derselben auf 20 zu bringen mit einem jährlichen Beitrage von 6 Thlr.
Damit können wir dann ein eigenes Vereinslokal miethen, wo wir uns besser bewegen können.
Da wir die Generalstatuten angenommen, im Übrigen uns nach der Ordnung des Berliner Vereins richten, bitten wir um Aufnahme in den kath. Gesellenverein. (Geschieht hiermit vorläufig. Das Weitere folgt zur Zeit. d. R.)
Uns fehlt sonst noch viel. Können Sie uns nicht helfen? (Thät`s gern, aber - - d. R.)
Gott segne das ehrbare Handwerk, namentlich den jungen Verein zu Brandenburg!

Der Präses R i e g e r Pfarrer.

 

Anmerkung:
Nach der Gründung bestand dieser Gesellenverein bis ca. 1881, und ging dann mit Restmitgliedern im "Ges. Verein St. Josef" auf. (siehe: Schneider, Festschrift 50 Jahre Gesangverein St. Josef 1881 - 1931, Seite 7)
Am 19.3.1919 (hl. Josef) wurde der Kath. Gesellenverein wieder gegründet, in dessen Kontinuität die jetzige Kolpingfamilie der Gemeinde Hl. Dreifaltigkeit sich befindet.

 
 

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Pfarrer Constantin Rieger

 
 

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