Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
0. Vorwort 7. Der Aufbau nach 1945
1. Die ersten Gottesdienste 8. Die Gemeinde
2. Der erste Ortspfarrer 9. Die katholischen Ordensschwestern in Brandenburg
3. Die eigene Kirche 10. Das Dekanat
4. Die katholische Kirche in der Öffentlichkeit 11. Die Gefangenenseelsorge
5. Die katholische Schule in Brandenburg 12. Die St. Nikolaikirche
6. Das Dritte Reich 13. Wichtige Daten und Fakten
 

 2. Der erste Ortspfarrer

 
 
Am 31. Dezember 1840 schrieb Mauri an König Friedrich Wilhelm IV. Dieser ließ sich diesmal genau über die Situation der Brandenburger Katholiken berichten, über ihre Finanzfähigkeit, über den Zustand der inzwischen baufällig gewordenen St. Petrikapelle und über die Kosten einer eventuellen Instandsetzung. Es sollten noch vier Jahre vergehen, bis das Gesuch alle Instanzen durchlaufen hatte. 1844 nominierte das zuständige Ministerium den Schulpräfekten Ignatz Tieffe aus Frankenstein in Schlesien. Am 13. Oktober 1844 wurde er durch Propst Brinkmann (Berlin) in Brandenburg eingeführt.

Inzwischen war die St. Petrikapelle am Dom so baufällig geworden, daß sie 1848 für jede Nutzung polizeilich gesperrt wurde. Damit waren die Katholiken wieder einmal heimatlos. Zunächst fanden die Gottesdienste in der Wohnung des Pfarrers statt.

Da die Gemeinde kein Korporationsrecht besaß, konnte sie kein Grundstück kaufen. Der Geschäftsmann und Kirchenvorsteher Gottfried Riedel (1792-1874) kaufte in seinem Namen aus Mitteln der Kirche das Haus in der Kleinen Münzenstraße 8. Es diente von 1846-1849 als Pfarrhaus und bis 1898 als katholische Privatschule für 60 Kinder. Alle Bemühungen, ein weiteres, größeres Grundstück für einen Kirchbau zu erwerben, scheiterten an der ablehnenden Haltung des Magistrates.

Unerwartete Hilfe kam, als 1848 die Nationalversammlung im Brandenburger Dom die neue Verfassung beriet. Die katholischen Abgeordneten beschwerten sich, daß am Tagungsort keine katholische Kirche sei. Daraufhin wurde den Katholiken die Mitbenutzung der St. Gotthardtkirche gestattet.

 

 

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Pfarrer Ignatz Tieffe

 
 

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