Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
0. Vorwort 7. Der Aufbau nach 1945
1. Die ersten Gottesdienste 8. Die Gemeinde
2. Der erste Ortspfarrer 9. Die katholischen Ordensschwestern in Brandenburg
3. Die eigene Kirche 10. Das Dekanat
4. Die katholische Kirche in der Öffentlichkeit 11. Die Gefangenenseelsorge
5. Die katholische Schule in Brandenburg 12. Die St. Nikolaikirche
6. Das Dritte Reich 13. Wichtige Daten und Fakten
 

 3. Die eigene Kirche

 
 
Nach wiederholten Fehlschlägen gelang es dann schließlich doch, in der Neustädtischen Heidestr. 24 ein größeres Grundstück zu kaufen. Der dazugehörige Garten war der Teil eines 1820 stillgelegten Friedhofes, der auf dem ehemaligen Weinberg des St. Pauliklosters angelegt worden war. Die für den Ankauf nötigen Korporationsrechte wurden gerade noch rechtzeitig am 29. September 1849 erteilt. So konnte das Grundstück am 1. Oktober 1849 gekauft werden.

Nun galt es vor allem, Geld zu sammeln. Für den geplanten Kirchbau unternahm Pfarrer Tieffe zahlreiche Bettelreisen durch ganz Deutschland. Groß war das Verzeichnis der Spender, angefangen von "hohen und höchsten Herrschaften" bis zu dem "schlichten Mädchen aus Burg Steinfurt".
Betrug der Baufonds 1849 sieben Taler, waren es 1855 dagegen schon 23.199 Taler.
Insgesamt beliefen sich die Kosten mit Grundstück und Ausstattung auf 23.924 Taler.

Bereits am 15. August 1849 tat Pfarrer Tieffe den ersten Spatenstich für den Kirchbau. Aber erst am 28. Oktober 1849 konnte die feierliche Grundsteinlegung durch Propst Ketteler (Berlin) vorgenommen werden. Fadenscheinige Einwände des Magistrats hatten den Baubeginn immer wieder verzögert.
Nach fast zwei Jahren fanden die Bauarbeiten ihren Abschluß. Entstanden war eine Hallenkirche von 19,3 m Länge und 12,4 m Breite. Die Längswände von 11,5 m Höhe trugen (bis 1945) eine gewölbte Kassettendecke aus Holz. Fünf schmale hohe Rundbogenfenster zu beiden Seiten des Kirchenschiffes sorgten hinreichend für Tageslicht. Die Giebel fanden ihren Abschluß in einem 7,13 m breiten Halbrundchor im Süden und einem schlanken Turm mit hoher achteckiger Spitze im Norden.

Die Architektur der Kirche bezeichnete der Baumeister als "Italienische Renaissance". Den Hochaltar krönte eine Nachbildung eines Kreuzes von Achtermann. Die Nebenaltäre stammten aus einer Stiftung Friedrich Wilhelm I. aus Potsdam.
Bereits am 11. April 1851 hatte die Glockenweihe stattgefunden. Die kleinste Glocke war ein Geschenk des Brandenburger Domkapitels und stammte aus dem inzwischen abgebrochenen Turm der St. Petrikapelle.¹
Am 12. August 1851 wurde die Kirche durch den fürstbischöflichen Delegaten Propst Pelldram von St. Hedwig (Berlin) auf den Namen "Heiligste Dreifaltigkeit" geweiht. Viele Bürger der Stadt sowie die gesamte evangelische Geistlichkeit nahmen an der Feier teil.
Ein großes Ziel, ein erster Höhepunkt, war erreicht. Nun galt es vor allem, das Errungene zu festigen und zu sichern, der Minderheit die Minderwertigkeitsgefühle zu nehmen, gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein zu vermitteln und zu erhalten. Als Pfarrer Ignatz Tieffe 1858 nach Trebnitz in Niederschlesien versetzt wurde, übernahmen seine Nachfolger bis zum heutigen Tag die besondere Verantwortung und Verpflichtung für diese Gemeinde in der Diaspora.

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¹
Die Glocke hängt z. Zt. in St. Nikolai

 

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Hochaltar um 1939

 
 

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