Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
0. Vorwort 7. Der Aufbau nach 1945
1. Die ersten Gottesdienste 8. Die Gemeinde
2. Der erste Ortspfarrer 9. Die katholischen Ordensschwestern in Brandenburg
3. Die eigene Kirche 10. Das Dekanat
4. Die katholische Kirche in der Öffentlichkeit 11. Die Gefangenenseelsorge
5. Die katholische Schule in Brandenburg 12. Die St. Nikolaikirche
6. Das Dritte Reich 13. Wichtige Daten und Fakten
 

 5. Die Katholische Schule in Brandenburg

 
 
Am 29. Juni 1828 hatte der Kirchenvorsteher Gottfried Riedel auf die notwendige Einrichtung einer katholischen Schule in Brandenburg hingewiesen. Aber seine Bemühungen blieben erfolglos. 1839 verlangte Propst Brinkmann (Berlin) ein Verzeichnis aller katholischen Kinder, um seinen Forderungen nach einer katholischen Schule Nachdruck zu verleihen.

Erst Pfarrer Tieffe gelang es, wie bereits erwähnt, 1846 in seinem Pfarrhaus in der Kleinen Münzenstr. 8 für 60 Kinder eine einklassige katholische Privatschule zu eröffnen. Die Genehmigung der Regierung lag vor. Der Magistrat in Brandenburg aber, der offensichtlich nicht informiert war, wollte die Kinder nicht aus den evangelischen Schulen freigeben und drohte den Eltern mit Strafen wegen unerlaubten Fernbleibens der Kinder vom Schulunterricht. Ferner ordnete er die Schließung der Schule an. Um das Vorhaben nicht schon im Anfangsstadium zu gefährden, stellte der Scherenschleifer Johann Gottfried Riedel den Dachboden seines Hauses vorübergehend als Schulraum zur Verfügung. Im Jahr 1861 erhielt die Schule den Status einer öffentlichen Gemeindeschule. Während die evangelischen Schulen durch die Stadt unterstützt wurden, mußte die katholische Gemeinde für die Erhaltung der Schule selbst aufkommen. Verhandlungen mit dem Magistrat um Unterstützung der katholischen Schule blieben von 1862 bis 1867 erfolglos. Erst am 14. Dezember 1888 verfügte ein Urteil des Provinzialrates, daß die Stadt Brandenburg die Einrichtung einer zweiklassigen Gemeindeschule vorzunehmen habe. Ab Ostern 1891 wurde sie dreiklassig, ab 1898 vierklassig. Da die Räumlichkeiten in der Kleinen Münzenstraße zu klein geworden waren, siedelte die Schule in dieser Zeit in die Kurstraße 14 um.¹

Mit dem Anwachsen der Gemeinde wuchs auch die Anzahl der Klassen. Um 1908 zogen Lehrkräfte und Schüler in den 1886 entstandenen Klinkerbau Kurstraße 69-70². Laut einer Statistik unterrichteten um 1916 fünf Lehrerinnen und fünf Lehrer 433 Mädchen und Jungen bis zur 8. Klasse. Daneben besuchten ca. 80 katholische Schülerinnen und Schüler die mittleren und höheren Schulen der Stadt.

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¹lt. Handschrift Rektor Schneider: Schulhaus Kurstraße 14
²die heutige Curieschule

 
 

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