Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
0. Vorwort 7. Der Aufbau nach 1945
1. Die ersten Gottesdienste 8. Die Gemeinde
2. Der erste Ortspfarrer 9. Die katholischen Ordensschwestern in Brandenburg
3. Die eigene Kirche 10. Das Dekanat
4. Die katholische Kirche in der Öffentlichkeit 11. Die Gefangenenseelsorge
5. Die katholische Schule in Brandenburg 12. Die St. Nikolaikirche
6. Das Dritte Reich 13. Wichtige Daten und Fakten
 

10. Das Dekanat

 
 
Rathenow | Premnitz | Belzig | Wiesenburg | Lehnin | Jeserig | Brandenburg-Quenz | Brandenburg-Görden | Brandenburg - Plaue | Brandenburg-Nord | Nauen | Ketzin | Friesack

Gleich nach seiner Anstellung in Brandenburg plante Pfarrer Tieffe (Brandenburg 1844 - 1858) die Einführung von Gottesdiensten im Landbereich. Das Anwachsen der Gemeinde, aber auch die oft kilometerweiten Entfernungen für die Gemeindeglieder zur Kirche rechtfertigten diese Überlegungen. So fanden bald an den verschiedensten Orten regelmäßige Gottesdienste statt. "Außenstationen" hießen sie damals wie heute. Einige dieser Außenstationen wurden bald selbständige Gemeinden mit eigenen Kirchen und Geistlichen.

Rathenow

Seitenanfang

In Rathenow fanden seit 1750 einmal im Jahr katholische Gottesdienste statt, und zwar hauptsächlich für die katholischen Soldaten. Erst nach der Gründung der Pfarrei in Brandenburg konnten in Rathenow regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Ab 1825 feierten die Rathenower mit Pfarrer Tieffe (Brandenburg 1844-1858) die Gottesdienste in der Wohnung der Gräfin Schönburg. 1880 lebten bereits 260 Katholiken in der Stadt. Dazu kamen noch etwa 600 Gläubige in den umliegenden Dörfern. So bemühte man sich um den Bau einer eigenen Kirche. Eine großzügige Spende ermöglichte am 12. Juni 1889 den Kauf eines Grundstückes in der Friesacker Straße 3-5. Im März 1892 genehmigte das Bistum Breslau den Kirchbau. Da die staatlichen Behörden ihre Zustimmung auch erteilten, erfolgte am 27. April 1892 die Grundsteinlegung. Im Sommer 1892 folgte der Bau des Pfarrhauses.
Am 3. September des gleichen Jahres weihte Pfarrer Schomer (Brandenburg 1869-1903) die Kirche auf den Namen des Heiligen Georg. Aus Geldmangel hatte man allerdings auf ein ursprünglich geplantes Querschiff und einen Dachreiter verzichten müssen. Es war nur das neugotische Mittelschiff fertig gestellt worden, aber als gelungener, würdiger Sakralbau.
Mit der wachsenden Industrie wuchs auch die Gemeinde. 1895 erhielt der Brandenburger Kaplan Wolfgang Plischka seine Anstellung als erster Ortspfarrer von Rathenow. Er bemühte sich um die Festigung der Gemeinde und gründete verschiedene Vereine.
Unter seinem Nachfolger, Pfarrer Knoblauch, fand in Rathenow der erste Märkische Katholikentag statt. Etwa 6.000 Teilnehmer kamen zu diesem Anlaß. Den Festgottesdienst hielt Kardinal Bertram aus Breslau.

Im Januar 1928 eröffneten Ordensschwestern "Mägde Mariens" eine Niederlassung in der Forststraße 51 für eine ambulante Krankenpflege der Gemeinde. 1929 kam ein Kindergarten dazu. 1932 konnte auf dem Grundstück Paracelsiusstr. 8 eine dreiklassige katholische Privatschule errichtet werden. Zwei Lehrkräfte unterrichteten hier bis zu 70 Schulkinder.

1941 wurden Kindergarten und Schule durch die Nationalsozialisten geschlossen, 1948 durfte die Gemeinde den Kindergarten in den Räumen der ehemaligen Schule wieder eröffnen. Als 1979 die Ordensschwestern ihre Tätigkeit aus Altersgründen aufgaben, übernahm der Berliner Caritasverband die Einrichtung. In dieser "Kita" werden heute bis zu 48 Kinder betreut.
Wie überall hinterließ auch in Rathenow der Nationalsozialismus seine Spuren. Als Pfarrer August Fröhlich (Rathenow ab 1937) erfuhr, daß bei der Firma Busch polnische Arbeiterinnen mißhandelt wurden, setzte er sich für die Wehrlosen ein. Dafür kam er nach Dachau, wo er 1942 verstarb. Nach vier Wochen wurde seine Urne auf dem St. Matthias-Friedhof in Berlin beigesetzt.

Trotz wiederholter Fliegerangriffe zwischen 1944 und 1945 blieb die Rathenower St. Georgskirche vor der Zerstörung bewahrt. Am 25. April 1945 begann der Kampf um die Stadt. Am 28. April 1945 besetzte die Rote Armee das Haus der Schwestern und das Pfarrhaus. Erst im Herbst 1946 durfte das Grundstück wieder endgültig genutzt werden. 1951 erhielten die Kirchenfenster eine neue Verglasung. 1958 erfolgte eine umfangreiche Renovierung von Kirche und Pfarrhaus.
Viele Heimatvertriebene suchten nach dem Krieg auch in Rathenow und den umliegenden Dörfern eine neue Heimat. Zwölf Außenstationen mußten eingerichtet werden.

In den Jahren 1979 - 1986 erfuhr die St. Georgskirche eine umfangreiche Umgestaltung. Vor allem der Altarraum erhielt eine liturgiegerechte Form. Während eines Festgottesdienstes am 22. November 1986 wurde der neue Altar durch Kardinal Meißner (Berlin) geweiht. Nach einer Statistik von 1987 zählte man in Rathenow und Umgebung 800 Katholiken.

Premnitz

Seitenanfang

Im benachbarten Industriestandort Premnitz hatten zwischen 1918 und 1930 im Kulturhaus der IG Farben unregelmäßig katholische Gottesdienste stattgefunden. Von 1930 bis 1937 diente eine Holzbaracke als Notkapelle. 1943 erfolgte die Berufung Benno Brucks zum ersten ortsansässigen Geistlichen von Premnitz. In dieser Zeit gelang es, einen Lagerschuppen zu erwerben. Er gehörte der Werkbahn der IG Farben. Nach einem entsprechenden Umbau feierten die Premnitzer Katholiken hier ihre Gottesdienste bis 1978. 1945 hatten die Russen das Gebäude vorübergehend für militärische Zwecke entfremdet.

Durch die Zuwanderung von Heimatvertriebenen nach 1945 vergrößerte sich die Gemeinde immer mehr. Pfarrer Wenzel begann 1977 mit dem Bau einer neuen Kirche. Dabei verunglückte er am 14. Oktober 1977 tödlich. 1986 übernahm Pfarrer Paul Berger die Gemeinde, bis er 1988 aus gesundheitlichen Gründen nach Berlin versetzt wurde und seine bisherigen Aufgaben an Pfarrer Johannes Drews übergab.

Belzig

Seitenanfang

Während der Gleisarbeiten in Belzig fanden für die katholischen Bahnarbeiter von 1875 - 1876 vierzehntägig Gottesdienste statt. Am 5. Juni 1911 begann Pfarrer Glasneck (Brandenburg 1903 -1919) mit regelmäßigen Gottesdiensten im Belziger Schützenhaus. Die Grundsteinlegung für die St. Bonifatiuskirche fand am 28. Juni 1938 statt. Pfarrer Schubert (Brandenburg 1919-1937), der den Kirchbau sehr förderte, weihte am 11. November 1931 die Glocken. Die Einweihung der Kirche erfolgte am 28. März 1932 durch den Berliner Bischof Schreiber. Erster eigener Seelsorger wurde am 7. Mai 1933 Kuratus Erich Tschetschog. Er war Ende des II. Weltkrieges entscheidend an der kampflosen Übergabe von Belzig beteiligt und erhielt dafür später die Ehrenbürgerschaft der Stadt.
Die pastorale Selbständigkeit erhielt die Pfarrei Belzig 1937, die vermögensrechtliche 1947.

1973 wurde der Altarraum der Kirche umgestaltet und ein neuer Altar aufgestellt. Zur Gemeinde gehören z.Zt. 65 Ortschaften auf einer Fläche von ca. 900 km².

Wiesenburg

Seitenanfang

Zur gleichen Zeit wie in Belzig baute die Bahn auch in Wiesenburg. So fanden 1878 die Gottesdienste für die Streckenarbeiter aus dem Eichsfeld im Gasthaus "Zum Hofjäger" statt. Im Schloss Wiesenburg war der erste Gottesdienst am 9. August 1901. Als die Gräfin Elisabeth von Fürstenstein konvertierte, richtete sie für die Katholiken im Schloss eine eigene Kapelle ein. Am 11. Juni 1928 nahm der Paderborner Weihbischof Hillebrand die Einweihung vor. Kamen zunächst die Seelsorger aus Brandenburg, gehörte die Gemeinde Wiesenburg ab 1933 zu Belzig. 1950 erfolgte die Kündigung der Kapelle. Daraus ergab sich der Bau einer eigenen kleinen Kirche. Bischof Weskamm (Berlin) weihte die St. Elisabethkirche am 24. Mai 1952.

Von 1953 bis 1968 war Wiesenburg selbständige Kuratie. In dieser Zeit zählte man über 500 Katholiken. Die meisten kamen nach dem II. Weltkrieg aus den ehemaligen Ostgebieten Deutschlands. Da sich die Zahl der Gläubigen aber in den folgenden Jahrzehnten mehr und mehr reduzierte, wurde die Gemeinde wieder mit Belzig vereinigt. Im August 1998 fand in Wiesenburg die letzte Hl. Messe statt. Zwei Jahre später wurde das Kirchengebäude verkauft.

Lehnin

Seitenanfang

Bereits im 19. Jahrhundert hatte sich in Lehnin eine kleine katholische Gemeinde gebildet. Der erste nachgewiesene Gottesdienst fand am 29. März 1896 im Gasthaus "Zum deutschen Kronprinz", Hauptstr. 7-8 statt. Ab 1903 feierten die Lehniner Katholiken ihre Gottesdienste im "Preußischen Hof". 1920 nutzte die Gemeinde den Zeichensaal der Schule. Man zählte etwa 300 Gottesdienstbesucher, größtenteils Saisonarbeiter aus Polen und Landarbeiter aus Westfalen. Um den Zusammenhalt bemühte sich über Generationen die Kaufmannsfamilie Völker. Der Bau einer eigenen Kirche aber wurde immer wieder durch die Gemeindeverwaltung verhindert.

1935 versuchte Pfarrer Schubert (Brandenburg 1919-1937) erneut einen Kirchbau, aber die NS-Regierung bewilligte kein Material. Nach Ausbruch des II. Weltkrieges war an einen Kirchbau erst recht nicht mehr zu denken. Dafür ermöglichte die evangelische Gemeinde Lehnin, daß zweimal im Monat katholische Gottesdienste in der ehemaligen Klosterkirche stattfinden durften.

Nach 1945 erhöhte sich die Zahl der Katholiken in Lehnin und den umliegenden Dörfern auf 600. Am 1. Dezember 1946 erhielt Pater Alfons Engler vom Bischöflichen Ordinariat Berlin die Anstellung als Lokalkaplan. In dieser Zeit stellte die Familie Völker den Anbau ihres Wohnhauses in der Hauptstraße 9 als Kapelle zur Verfügung. 1947 begann der Umbau. Am 19. März 1948 wurde die Kapelle durch den Brandenburger Pfarrer Albert Jochmann auf den Namen "Heilige Familie" geweiht.
1950 überließ Frau Völker das gesamte Grundstück der Gemeinde. Nun entstand neben dem Pfarrhaus in den ehemaligen Wirtschaftsräumen ein Pfarrheim für Kinder- und Jugendgruppen. Pater Engler war es auch zu danken, daß in der Gartenstraße ein kleines Holzhäuschen aus dem Besitz der Familie Fiedler für 20 Jahre gepachtet werden konnte. Hier verbrachten von nun an überwiegend kinderreiche Familien aus Brandenburg und Berlin ihre Ferien.

1995 erfuhr die Einrichtung in der Hauptstr. 9 einen intensiven Umbau. Aus dem schlichten Jugendheim wurde ein moderner Bau für religiöse Kinder- und Jugendbetreuung. Zu Ehren des 1982 verstorbenen Pater Engler erhielt das Haus seinen Namen.

Jeserig

Seitenanfang

Ein weiterer Kirchbau in der näheren Umgebung Brandenburgs ist die im Stil einer Wehrkirche erbaute St. Josefskirche in Jeserig. Sie verdankt ihre Existenz der stark gewachsenen Gemeinde nach 1945. Zu Beginn des Jahres 1952 hatte der Schuhmachermeister Heinrich Senkbusch aus Jeserig der katholischen Gemeinde in Brandenburg einen Teil seines Grundstückes geschenkt, mit der Auflage, hier eine Kapelle für die Katholiken von Jeserig und Umgebung zu errichten. Bisher waren sie Gäste im evangelischen Betsaal von Schenkenberg gewesen. Die Bauzeichnungen wurden von Diözesanbaurat Felix Hinssen und dem Brandenburger Architekten Conrad Puchalla angefertigt. Die Ausführung hatte die Baufirma Liere aus Groß Kreutz übernommen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Mai 1952. Trotz großer Schwierigkeiten Baumaterial zu beschaffen, konnte Bischof Weskamm die Kirche am 11. Juli 1953 weihen. Pater Georg Smelz wurde Ortsgeistlicher.

Über viele Jahrzehnte ist eine kleine Gemeinde dieser Kirche treu geblieben. Heute feiern Katholiken aus Lehnin und Jeserig regelmäßig hier die Hl. Messe.

Brandenburg-Quenz

Seitenanfang

Um 1900 hatte in Brandenburg der industrielle Aufschwung begonnen. Am 17. Mai 1914 wurde in dem neu errichteten Stahl- und Walzwerk der erste Stahl gegossen. In unmittelbarer Nähe der Reichshauptstadt errichtet, sollte es den Schrottanfall Berlins als Rohstoffbasis nutzen. Es entwickelte sich bald zu einem bedeutenden Hüttenwerk.

Bereits 1920 hatte in einer Baracke des Werkes vierzehntägig katholischer Gottesdienst stattgefunden. Daß in der Walzwerksiedlung eine kleine katholische Kapelle gebaut werden konnte, verdankte die Gemeinde einem Obermeister des Walzwerkes, Franz Xaver Sievert. Er hatte die Katholiken aus Westfalen, dem Rheinland und dem Saargebiet zusammengehalten und unermüdlich für einen Kapellenneubau gesammelt. Mit eigener Hand fertigte er eine Monstranz, das große Altarkreuz, die ewige Lampe und die Sakristeiglocke. Um praktische, sitzbare Bänke zu beschaffen, fuhr er mit Tischlern aus der Gemeinde nach Berlin und probierte in Berliner Kirchen die geeignetsten Bankformen aus.

Am 3. Juni 1934 nahm Bischof Bares (Berlin) die Einweihung der St. Bernhardkapelle vor. Bedingt durch die wachsende Zahl der Kirchenbesucher fanden ab November 1939 jeden Sonntag drei Gottesdienste statt. Am 1. Juli 1940 erhielt St. Bernhard den Status einer selbständigen Kuratie*. Der erste Kuratus war der Brandenburger Georg Tuntke. Als er 1943 nach Berlin-Hohenschönhausen berufen wurde, trat an seine Stelle Pfarrer Theobald Höhle. Er versah hier seinen Dienst bis zu seinem Tod am 31. Januar 1986.

Von 1986 bis 1995 wohnte Diakon Werner Kießig mit seiner Familie in St. Bernhard. Nach einer Ausschreibung 1995 wurde das Pfarrhaus an die Familie Jörg und Ilona Schreiber aus unserer Gemeinde als Küster- und Hausmeisterwohnung vermietet.
__________________________
* seelsorglich selbständige Gemeinde, die vermögensrechtlich einer Pfarrei untersteht

Brandenburg-Görden

Seitenanfang

Schon 1942 hatte Pfarrer Jochmann (1937-1960) in der evangelischen Notkapelle in Brandenburg-Görden Gottesdienste gehalten. Als es 1947 gelang, in der Mendelssohnstr. 3 ein Haus mit Grundstück zu erwerben, richtete man in zwei Zimmern der Erdgeschosswohnung eine Notkapelle ein. Die Seelsorge übernahm Pfarrer Anton Scholz*. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen aus dem Osten des ehemaligen Deutschen Reiches nach 1945 war die Gemeinde Görden auf 1.800 Mitglieder angewachsen. So konnte am Sonntag nur ein geringer Teil am Gottesdienst teilnehmen, auch wenn der Geistliche drei Sonntagsgottesdienste hielt. Daher fuhren viele zur Kirche in die Stadt.

1951 übernahm Kuratus Karl Rudolph Metzen die Gemeinde. Sein Bemühen galt vor allem dem Bau einer eigenen Kirche. Am 1. November 1951 fand die Grundsteinlegung zur St. Elisabethkirche statt. Da für einen Kirchbau im Stadtteil Görden kein Grundstück zu haben war, opferte man den Garten des Pfarrhauses Mendelssohnstr. 3 für dieses Vorhaben. Aus diesem Grund wurde auch nur ein Flachbau in Barackenform zugelassen. Ein kleiner Dachreiter als Turmersatz ist das einzige äußere Zeichen für diese Kirche. Architekten waren Hermann Lebegern und Conrad Puchalla. Die Bauarbeiten wurde überwiegend kostenlos von Mitgliedern der Gemeinde ausgeführt. Am 25. Mai 1952 konnte die Kirche von Generalvikar Puchowski (Berlin) geweiht werden. Vermögensrechtliche Selbständigkeit erlangte St. Elisabeth am 1. Juni 1956.

1966 erfolgte die Umgestaltung des Altarraumes. Paul Stippekohl fertigte einen neuen Altar aus Holz. 1999 erhielt die Kirche eine neugotische Statue der Hl. Elisabeth.
Letzter eigener Seelsorger war Pfarrer Konrad Paul. Er wurde am 1. Mai 1992 nach Berlin Wannsee versetzt.

Die angespannte Personalsituation in Brandenburg war der Anlaß die selbständigen Kuratien St. Bernhard und St. Elisabeth mit der Dreifaltigkeitsgemeinde zu einer Gemeinde zu vereinen. Trotzdem finden in St. Bernhard und St. Elisabeth regelmäßig Gottesdienste statt. Priester der Ordensgemeinschaft der Redemptoristen und der Pfarrkirche Hl. Dreifaltigkeit teilen sich diese Aufgabe.
__________________________
* lt. Chronik von Pfarrer K.R.Metzen war er Zuchthausseelsorger in Brandenburg bis 1945

Brandenburg-Plaue

Seitenanfang

Besonders entgegenkommend hatten sich die evangelischen Christen in Plaue gezeigt. Sie gestatteten in ihrer Kirche den Umbau einer Empore als katholische Kapelle. Am 1.Juli 1947 wurde Pfarrer Maniera der erste Seelsorger.
1948 richtete der Berliner Caritasverband im ehemaligen Gasthof "Schwarzer Adler", Genthiner Straße 7 ein Altersheim ein. Ordensschwestern des Brandenburger Marienkrankenhauses* übernahmen die Altenpflege und ließen den Saal des Hauses als Kapelle umbauen. Hier fanden alle Gottesdienste statt, an denen auch die Katholiken aus Plaue und der näheren Umgebung teilnahmen.

1980 ging die letzte Ordensschwester aus Altersgründen nach Österreich zurück. Inzwischen waren dringende Sanierungsarbeiten erforderlich geworden. Da diese Arbeiten als sehr kostenintensiv veranschlagt waren und die Zahl der Heimbewohner immer mehr zurück ging, entschloß sich der Caritasverband, die Einrichtung aufzuheben. Anfang 1991 siedelten die letzten Senioren nach Berlin-Biesdorf um. Im Februar des gleichen Jahres fand in der Kapelle der letzte Gottesdienst statt.
__________________________
* Die bei Frau Dr. Ursula Creutz (S.53) angegebenen Borromäerinnen konnten in Plaue nicht nachgewiesen werden.

Brandenburg-Nord

Seitenanfang

Als in den fünfziger Jahren im Norden Brandenburgs ein neuer Stadtteil errichtet wurde, entstand auch hier bald das Bedürfnis nach einem geeigneten Gottesdienstraum. Schon lange vorher hatten die Anwohner der Altstadt an den Gottesdiensten der Ordensschwestern in der Krankenhauskapelle Bergstr. 1-3 teilgenommen.* Am 1. August 1966 gründete Pfarrer Semrau (Brandenburg 1965-1985) die Lokalie Brandenburg-Nord. Erster eigener Seelsorger war Kuratus Ludwig. Sein Nachfolger, Pfarrer Bernhard Riedmüller, übernahm ab Oktober 1969 die Gemeinde Nord. Sein Bemühen, im Garten des Marienkrankenhauses eine eigene kleine Kirche zu errichten, scheiterte an der ablehnenden Haltung der Stadtverwaltung:
"... in Brandenburg gäbe es schon genug Kirchen". Daher entschloß man sich, die Kapelle der Schwestern grundlegend umzubauen. Statt bisher 50 Sitzplätzen standen nunmehr 92 Sitzplätze zur Verfügung. Die Pfarrkirche aber sollte trotzdem das Zentrum der gesamten Gemeinde bleiben.

1985 erfolgte die Versetzung des letzten Gemeindeseelsorgers, Pfarrer Norbert Illmann, nach Wolgast. Da ein Nachfolger nicht zur Verfügung stand, mußte die Lokalie Brandenburg-Nord aufgelöst werden.

Als 1993 die Dekanate neu geordnet wurden, kamen zum Dekanat Brandenburg noch drei Gemeinden dazu. Es sind die Pfarrei Nauen mit der Kuratie Ketzin und die Kuratie Friesack. Alle drei sind keine Gründungen von Brandenburg.
__________________________
* Siehe Kapitel 9: Die katholischen Ordensschwestern in Brandenburg

Nauen

Seitenanfang

Auch in Nauen gab es nach der Reformation kaum noch Katholiken. Erst unter König Friedrich II. bildete sich wieder eine kleine katholische Gemeinde. Die meisten Gemeindemitglieder waren Angehörige des Nauener Militärs. Sie wurden von auswärtigen Geistlichen betreut. Als die Garnison verlegt wurde, verlor sich auch die Zivilgemeinde. Im Jahr 1810 kam der Toreinnehmer Johannes Reiß nach Nauen. Er sammelte mit großem Einsatz die Katholiken. Die neue Gemeinde zählte 50 Mitglieder. Ab 1821 kamen in unregelmäßigen Abständen Priester von St. Hedwig (Berlin).
Der Kaufmann Hugo Busse schenkte seiner Gemeinde ein Grundstück auf dem 1847 eine kleine Kirche gebaut wurde. Am 1. Juni 1848 konnte sie geweiht werden.

In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts entstand eine katholische Privatschule. Das Gebäude dient heute als Bibliothek. Um 1900 war die Gemeinde auf 2.800 Gläubige angewachsen. Das rechtfertigte den Bau einer größeren Kirche. Nach Plänen des Baumeisters Josef Welz entstand 1906 eine neoromanische Basilika. Sie ist den Aposteln Petrus und Paulus geweiht.
Das dreischiffige Bauwerk ist 32 m lang, 15 m breit und 12 m hoch. Der 36 m hohe Turm beherbergt drei Glocken. Sie haben unbeschadet beide Weltkriege überstanden. Die Plastiken in der Kirche sind Sammelstücke aus Deutschland und Österreich und aus unterschiedlichen Zeitepochen. Die kleine zweimanualige Orgel von 1896 stammt von der Firma Schlack aus Schweidnitz in Niederschlesien.

Pfarrer Bernd Krause ist seit April 1996 Ortspfarrer von Nauen. Neben seinen Aufgaben in der Gemeinde liegen ihm die seelsorgliche Betreuung der Kinder und die Ökumene am Herzen. Besonderes Gewicht legen Pfarrer und Gemeinde auf Schutz und Versorgung ausländischer Mitbürger.

Ketzin

Seitenanfang

Die kleine Kirche ist der "Rosenkranzkönigin" geweiht. Sie wurde von 1910 bis 1911 erbaut. Am 8. Oktober 1933 konnten zwei Glocken geweiht werden. Die erste Altarerneuerung fand im Jahre 1937 statt. Letzter Ortspfarrer war Alfons Bormke. Seit 1983 gehört die Gemeinde zur Pfarrei "St. Peter und Paul" in Nauen.

Friesack

Seitenanfang

1860 entstand die Missionspfarrei Nauen/ Friesack. Der erste Pfarrer, Emanuel Maleika, kam 1925. Bereits am 21. November 1878 konnte die neu gebaute Kirche der "Rosenkranzkönigin" geweiht werden. In dieser Zeit zählte man 130 Katholiken. Dazu kamen Saisonarbeiter aus Polen. 1932 zogen 20 katholische Familien aus Westfalen nach Friesack. Sie bilden heute noch ein geschlossenes Siedlungsgebiet. Pater Holzenkam, der von 1965 bis 1983 Seelsorger in Friesack war, ließ die Kirche grundlegend umbauen. Der nun etwas nüchterne Innenraum bietet Sitzplätze für 88 Gläubige.

 

 

 

 

 

 

 

Vergrößern?
Rathenower St. Georgs-Kirche

 

 

 

 

Vergrößern?
Rathenower St. Georgs-Kirche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vergrößern?
St. Bonifatius in Belzig

 

 

Vergrößern?
St. Bonifatius in Belzig,
Innenansicht

 

 

 

 

 

 

Vergrößern?
Innenansicht der katholischen
Kapelle "Hl. Familie" Lehnin

 

Vergrößern?
Pater-Engler-Haus in Lehnin

 

 

 

 

 

Vergrößern?
St. Josephs-Kirche in Jeserig

 

 

 

 

Vergrößern?
St. Bernhard,
Walzwerksiedlung

 

 

 

 

 

Vergrößern?
Blick auf St. Elisabeth
Brandenburg-Görden

 

 

Vergrößern?
St. Elisabeth
Brandenburg-Görden

 

Vergrößern?
Plaue

 

Vergrößern?
Kapelle in Plaue

 

Vergrößern?
Ansicht der Kapelle des
"St. Marienkrankenhauses",
Anfang 1960

 

Vergrößern?
Gegenwärtige Ansicht
der Kapelle des
"St. Marienkrankenhauses"

 

 

 

 

Vergrößern?
St. Peter und Paul, Nauen

 

 

 

 

Vergrößern?
Kirche in Friesack

 
 

Seitenanfang