Chronik
Katholische Pfarrgemeinde Heilige Dreifaltigkeit Brandenburg a.d. Havel
1. Rückblick auf das Jahr 1845 von Küster Theodor Scheffer 10. Lebenslauf des Gendarm König III
2. Rückblick auf das Jahr 1847 von Küster Theodor Scheffer 11. Brief von Pfarrer Tieffe aus München
3. Rückblick auf das Jahr 1848 von Küster Theodor Scheffer 12. Brief von Pfarrer Tieffe aus Prag
4. Rückblick auf das Jahr 1849 von Küster Theodor Scheffer 13. Brief von Lehrer Grube
5. Errichtungsdekret Pfarrei 1850 14. Brief von Ed. Grube an "Liebes Lenchen!"
6. Bericht über die Gemeindeverhältnisse und den Kirchbau 15. Brief an Lehrer Grube von seinem Bruder
7. Hilferuf aus Brandenburg a.d. Havel 16. Turmknopf (-Inhalts-) verzeichnis
8. Brief des Halberstädter Pfarrers Degenhard 17. Turmknopfverschlussurkunde von 1910
9. Brief von Franz Carl Hampel aus Halberstadt 18. Turmknopfbeigabe von 1929
 
10. Lebenslauf des Gendarm König III

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Ausdruck der Wertschätzung der Zugehörigkeit mit seiner Familie in der katholischen Gemeinde.

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Lebenslauf des Gendarm König III

Von der 9 ten Gendarmerie Brigade, sowie die Namen dessen Familie; als Urkunde in den Kirchenknopf zu der im Jahre 1850 neu erbauten Dreifaltigkeitskirche zu Brandenburg.
Am 1 ten Januar 1807 wurde ich zu Churhannwitz in Schlesien, kreis Ohlau, Regierungs-Bezirk Breslau, wo mein Vater Dräschgärtner war geboren.
Im Jahre 1813 verstarben meine Eltern, erst mein Vater, und 14 Tage, oder 3 Wochen später meine Mutter ebenfalls; sowie später ich durch andere Leute hörte, in Folge einer ansteckenden Krankheit. Zur Zeit 6 Jahre alt waren wohl noch keine Schulkenntnisse von mir zu verlangen, zumal da keine Schule im Orte war.
Ich, sowie meine noch andren 4 Brüder mußten uns von dort an unser Brodt unter fremden Menschen suchen, und dienen. An einen Schulbesuch war auch von nun an, wegen des damaligen Krieges nicht gleich zu denken; daher meine wenigen oder wohl gar schlechten Schulkenntnisse. Ich diente deshalb 8 Jahre lang bei verschiedenen Herrschaften, ging auch wohl die Wintermonate in die Schule, und wurde im Jahre 1818, in einem Alter von 11 ½ Jahr in der katholischen Kirche zu Thomaskirch confirmiert. Als ich wie oben gesagt 8 Jahre gedient hatte, das ich 3 Jahre lernen konnte, ohne mir etwas zu verdienen, so erlernte ich bei dem Schmiedemeister Gericke in Birkkretzam, bei Strehlen die Schmiede Profession, aber nur 2 ½ Jahr, wo ich dann nach beendigter Lehrzeit noch ein ¼ Jahr in Herrmannsdorff bei Wannsen ( ? ) in Schlesien, als Geselle arbeitete, bis ich am 7. Oktober 1825 freiwillig bei der 3 ten Eskadron des Ersten Garde Ulan Regiments, als Ulan eintrat, und mit den damaligen Contoristen von Breslau aus nach Potsdam marschierte, bei welchem Regiment ich dann nach einer 2 jährigen Dienstzeit zum Gefreiten, und nach einer 4 jährigen Dienstzeit zum Unteroffizier befördert wurde, und mich sodann weil ich keine Schulkenntnisse hatte mich fleißig im schreiben üben mußte.

 

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Im Jahre 1836 verheirathete ich mich mit meiner Frau, Catharina Elisabeth geborene Neubauer, aus Tangermünde an der Elbe, die mir bis jetzt 5 Kindergeboren hat. Die Älteste Maria Elisabeth Josephine, geboren am 21.November 1836. Der 2. (Sohn) Carl Alexander Franz, geboren am 5. October 1838. Der 3. ( Sohn ) Emil Adolph Stanislaus, geboren am 8. May 1843. Der 4. (Sohn) Franz Johannis Raphael, geboren am 24. October 1846. Und der 5. ebenfalls ein Sohn, Namens Max August Sixtus starb am 25. May d.J. an Krämpfe.
Am 10. März 1837 machte ich Examen zur Gendarmerie, wo ich mit bestand, und am 1. Maerz 1838 wurde ich in Potsdam als Gendarm angestellt, wo ich bis zum 1. October 1840 verblieb und von diesem Tage ab nach Rathenow versetzt wurde.
Wegen meiner Familie, die immer mehr heranwuchs und mir sehr am Herzen lag, hatte ich schon lange den Wunsch in mir genährt, einst, es kostete auch was es wollte, mich nach einer solchen Station versetzen zu lassen, wo eine katholische Schule vorhanden sei. Dieser Wunsch ging auf einmal, wo Gottes reiche Führung nicht zu verkennen war, einen meiner Camraden betreffend, in Erfüllung, und ich wurde am 1. July 1846 nach Brandenburg, wo eben am 1. April des selben Jahres eine katolische Schule eingerichtet war, versetzt, wo ich mich jetzt in kirchlicher Hinsicht ganz glücklich fühle.
Sollte einst, wenn wier hier alle 6 genannten noch lebenden Familien - Glieder vielleicht alle nicht mehr im Fleische sein werden, Jemand diese Schrift lesen, so bitte ich nur noch unser im Gebeth zu gedenken.
Carl König, berittener Gendarm.
Catharina Elisabeth Neubauer, Frau.
Maria Elisabeth Josephine König, Tochter.
Carl Alexander Franz König, Sohn.
Emil Adolph Stanislaus König, dito. Dom.:                              Brandenburg 7. October 1850.

 

 
 

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